Zum Weltuntergang bestens gekleidet
/ 07.08.2012Prophezeiungen für den Weltuntergang gab es schon viele – das passende Outfit nicht unbedingt, das könnte sich aber bald ändern. Das französische Label Eleven Paris hat sich für die Herbst/Winter-Kollektion am Kalender der Mayas orientiert: Dieser sagt für den 21. Dezember 2012 das Ende der Welt voraus...



Jacken aus Leder und Fell: Links Modell Caxim und rechts Myplan

Shirts mit Print: Links Esra Smoking und rechts Esra Indian

Alle Zeichen auf Strick: Links Modell Crawl und rechts Mado

Grober Strick für den Herbst: Links Misil, rechts Cyma Red

2012 und X - so heißen die Shirts mit grafischem Print

Strick für Frauen: Links Messy mit Lederärmeln und rechts Medley

Noch mehr Print: Links Modell Dreamcatcher und rechts Esra Drink
Die Chronik der verpassten Weltuntergangstermine ist lang: Allein bis zum Jahr 2000 soll rund 60 Mal das Ende der Welt prophezeit worden sein. Der Kalender der Mayas, der den Untergang der Welt für den 21. Dezember 2012 voraussagt, hält sich hartnäckig in den Medien – ein Grund, warum sich nun das französische Brand Eleven Paris dieser Theorie annahm und die Herbst/Winter-Kollektion 2012/13 „Visionaere MMXII“ betitelt.
Zur Wintersonnenwende 2012 soll es laut dem indigenen Volk aus Mittelamerika eine radikale und globale Veränderung der Welt geben. Anhand dieser Prophezeiung entwarfen die Eleven Paris-Designer drei Teil-Kollektionen im Rahmen der „Visionaere“-Range. Einige Grundideen gelten dabei für alle drei: Farblich gibt es keine Grenzen, der Stil ist steril und minimalistisch – so stellt sich das Label die Zukunft der Welt vor.
Hinter der ersten Linie „Post Visionaere“ steht die Idee einer radikalen und automatisierten Welt, bei der die Technologie einen größeren Stellenwert hat als der Mensch. Dies spiegelt sich dann in den Kleidungsstücken wider: Die Schnitte der zweifarbigen Jacken, gestreiften Pullover und pailettenbesetzten Tops sind klar und geometrisch, aber zugleich praktisch und bequem. Die Farbrange wird dominiert von kalten Tönen wie Weiß, Grau und Beige.
„Himmel, Nirvana oder Eldorado, du brauchst nicht länger danach suchen, wir haben es gefunden!“ lautet der Leitspruch der Linie „Cult Visionaere“, bei der es keine Tabus gibt: Alle Farben sind erlaubt, Prints erwünscht! So werden norwegische oder Indianer-Muster ohne Hemmungen mit tierischen oder geometrischen Prints gemixt. Aus dieser Vision entstanden Pelzmäntel, Jacquard-Pullover und vor allem Shirts mit Mustern.
Nicht mehr das Leben, sondern das Überleben zählt im letzten Teil der Kollektion, die Eleven Paris „Mad Visionaere“ taufte. Zerstörung, Chaos, Apokalypse – das Erbe einer verfallenden Welt wird dabei thematisiert und umgesetzt. Die „Mad“-Range ist ausgerichtet für einen Kampf gegen die feindliche Welt: Die Kleidungsstücke sollen praktisch, aber auch schützend sein und die Chaos-Stimmung wird durch dunkle Farben wie Schwarz, Khaki, Marineblau, Rot und Bronze dargestellt. Das Ergebnis dieses Gedanken sind Parkas, dick gewebte Pullover, Karottenhosen und Lederjacken – alles im Stil der militärischen Uniform. Mit dieser Kollektion gekleidet verspricht das Label die „Ausrüstung für den Kampf gegen die Welt.“
Eleven Paris wird den meisten übrigens nicht unbekannt sein, die Marke wurde 2010 durch die Shirts der Kollektion „Life is a joke“ mit dem Aufdruck von Karl Lagerfeld oder Kate Moss, denen ein Finger mit aufgemaltem Schnurbart vorgehalten wird, bekannt. Im Herbst/Winter heißt es dann aber „Auf in den Kampf!"


