Wie „Queen Bee“ die Beautywelt aufmischt

  /  30.09.2025

Eine glattere Struktur, reinere Haut und weniger entzündliche Reaktionen – von welchem Wundermittel hier die Rede ist? Bienengift. Was es damit auf sich hat und wie das Start-up bedrop aus Mannheim das Naturprodukt im internationalen Handel salonfähig gemacht hat…

Bienenpower aus Mannheim: Ihr Spitzname war schon früh „Bee“ – heute ist daraus eine Marke geworden. Betül Yönak-Bein, Gründerin des Labels für naturnahe Kosmetik und Healthcare-Produkte, bedrop, hat sich mit Bienengift einen Namen in der Beauty-Branche gemacht.

Von „Miss Germany“ zu „Miss Bee“


Die ehemalige Studentin aus Landau, die 2023 bei der Wahl zur „Miss Germany“ unter die Top 40 kam, hat sich gegen den Catwalk und für ihr eigenes Unternehmen entschieden – getragen von einer klaren Vision: Die Schätze der Bienen nutzen, um wirksame Produkte zu schaffen, die Verantwortung und Nachhaltigkeit vereinen. „Ich wollte schon immer zeigen, dass Luxus und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind. Für mich ist Schönsein mehr als eine Frage von Pflegeprodukten – es ist auch eine Frage von Haltung“, sagt Yönak-Bein. 2020 gründete sie bedrop, heute gilt sie als „Queen Bee“ der Branche. Ihr Erfolgsrezept: Die kostbaren Wirkstoffe der Bienen – Manuka-Honig, Propolis und Gelée Royale – kombiniert mit moderner Forschung. Das Herzstück: hochreines Bienengift aus europäischer Herkunft.

Trendwirkstoff mit Forschung im Rücken

Was einst als Geheimtipp in Asien begann, hat sich mittlerweile zum globalen Beauty-Thema entwickelt, das mehr ist als ein kurzlebiger Hype: Studien unterstreichen die Bedeutung von Bienengift als Naturstoff mit Potenzial. So wurde u.a. in einer klinischen Untersuchung (Clinical Interventions in Aging, Han et al., 2015) beobachtet, dass ein Bienengift-Serum über zwölf Wochen mit einer spürbar glatteren Hautstruktur in Verbindung gebracht werden konnte. Zudem wird der Hauptbestandteil Melittin mit Prozessen verknüpft, die die Kollagenproduktion stimulieren und entzündliche Reaktionen dämpfen sollen (Molecules, Lee et al., 2021). Darüber hinaus könnte Bienengift die Talgproduktion regulierend beeinflussen und so für eine reinere Haut sorgen (International Journal of Molecular Sciences, Han et al., 2022). Somit reiht sich Bienengift in die Riege von Wirkstoffen wie Hyaluron oder Retinol ein, wird dabei aber auf natürliche Weise gewonnen.

Die Markengründerin hat außerdem seit ihrer Kindheit mit Neurodermitis zu kämpfen, vor allem in der kalten Jahreszeit oder stressigen Tagen. Mit Propolis habe sie selbige langfristig in Griff bekommen können. So entstand überhaupt die ganze Idee zum Label, das sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Florian führt.

Ein boomender Markt – mit Herausforderungen

Kaum ein Naturwirkstoff habe in den vergangenen zehn Jahren ein vergleichbares Wachstum verzeichnen können: Seit dem Markteintritt des Labels im Jahr 2020 habe sich das Marktvolumen für Bienengiftprodukte mehr als verzehnfacht. Dies habe aber auch Schattenseiten: „Wir sehen zunehmend Produkte, die mit Bienengift werben, in Wahrheit aber nur minimale Spuren enthalten“, sagt Betül Yönak-Bein. „Das ist problematisch – nicht nur für Verbraucherinnen, die getäuscht werden, sondern auch für die Glaubwürdigkeit eines ganzen Segments. Bienengift ist ein extrem kostbarer Rohstoff – und echte Qualität bedeutet, verantwortungsvoll damit umzugehen.“

Mit gutem Gewissen

Bei bedrop setze man daher auf Nachhaltigkeit im Umgang mit den Tieren: Nur einmal jährlich werde das Bienengift gewonnen, schonend, im Einklang mit dem natürlichen Lebenszyklus der Tiere, so die Marke. Dies zeigt auch die Bio-Zertifizierung des Labels, das kürzlich ein Naturschutzprojekt gestartet hat. In Form einer 5.000 qm großen Blühwiese unterstütze man nicht nur Bienen, sondern alle Lebewesen mit einem nachhaltigen Lebensraum, sichere die Artenvielfalt und steigere die regionale Biodiversität. 

Mit bedrop wurde aus einem Kinderspitznamen eine Unternehmerinnengeschichte, die noch nicht auserzählt ist... 

Kristina Arens

Links:
www.bedrop.de