Vokuhila an den Beinen

  /  26.06.2012

Vorne kurz und hinten lang: Als Frisur ein No-Go, aber als Rock oder auch als Kleid einer der Sommer-Trends des Jahres 2012. Ob elegant, sportlich oder grungy – dieser Schnitt macht jeden Stil mit.

Geblümter Vokuhila von Mina UK und ein schlichtes Modell zum Blaumachen von Staple.

Der leichte Stoff der Faltenröcke von Vero Moda macht Lust auf Sommerpartys.

Vila setzt in Grün einen leuchtenden Akzent.

Avantgardistisch: Vokuhila-Kleider in dunklen Tönen von Samsoe Samsoe.

Multitasking ist oft ein Muss für moderne Frauen: Beruf, Kinder, Partner, Freunde - alles muss unter einen Hut. Nicht ganz einfach. Wieso fordern wir nicht mal Multitasking von der Kleidung, in der wir unsere verschiedenen Aufgaben bewältigen? Wie könnte ein solches Kleidungsstück aussehen – vor allem dann, wenn wir nicht nach dem Motto „quadratisch, praktisch, gut“ Raubbau an der Ästhetik betreiben wollen? Hier tritt der Vokuhila-Rock – oder das -Kleid – ins Rampenlicht, denn dieser Schnitt macht vieles mit. Zuallererst hilft er bei der Entscheidung, ob wir heute kurz oder lang tragen wollen: Beides auf einmal!

In korrekter Fachsprache heißt der Vokuhila-Look Stufensaum. Klingt ganz schön steif. Die Bezeichnung „Vokuhila“ ist da doch wesentlich lässiger. Doch die Erinnerung an die (Un-)Frisur der 80er Jahre sollte niemanden dazu bringen, diesen Rock-Trend abzulehnen. Als Kreation auf dem Kopf des Boyfriends ein Trennungsgrund, verlässt der Vokuhila in tiefer gelegter Version den Manta-Modus und wird zur ernstzunehmenden Option.

Praktisch an diesem Trend ist seine Vielseitigkeit: Vokuhila-Röcke gibt es in lang mit einer Riesen-Stufe, die vorne zum Mini wird, als Midi-Röcke mit sanfter Stufung oder auch als Mini, der zum Micro-Mini wird. Ganz neu sind Kleider im Vokuhila-Look. Da sollte für jede Figur etwas dabei sein. Während die langen, stark gestuften Modelle großen Frauen am besten stehen, schmeicheln die anderen Schnitte in der Regel allen Figuren. Die hintere Länge streckt die Silhouette und verdeckt zugleich die eine oder andere „Problemzone“.

Vokuhila-Röcke gibt es aus allen möglichen Stoffen. In luftigem Chiffon kommen sie auf abendlichen Partys zum Einsatz, mit Blumenprints beim Stadtbummel, in dezenten unifarbenen Stoffen im Büro und in lässigem Jersey beim Picknick im Park oder auf einem Festival.

Und was für Oberteile passen dazu? Für ein schickeres Outfit eignen sich Blusen oder Tops aus weich fallenden Stoffen, etwa Seide, Satin oder Crépe de Chine. Die sportlicheren Varianten vertragen sich mit Shirts oder leichten Pullis. Oberteile, die etwas weiter oder länger sind, sollten mit der vorderen Seite in den Rock gesteckt werden – dann stimmt die Proportion und es bleibt leger. Drüber funktionieren kurze Jacken, zum Beispiel Jeans- oder Lederjacken. Auch Blazer sind eine gute Wahl. Nun fehlen noch die Schuhe. Sandalen, Highheels, flache Schnürer, Booties – auch hier gibt es eigentlich nichts, was grundsätzlich nicht ginge.

Schien der Vokuhila-Rock zunächst noch eine Möglichkeit zu sein, die täglichen Klamotten-Qualen zu lindern, so befinden wir uns jetzt schon längst wieder im täglichen Überlebenstraining vor dem Kleiderschrank. Die Variations- und Kombinationsmöglichkeiten sind beim Vokuhila-Trend so groß, dass der Rock das Zeug zum Klassiker hat. Und falls irgendwann mal Volahiku modern werden sollte, dann huldigen wir dem Trend der Nachhaltigkeit und drehen das Teil einfach um.

Anja Trebbin