Streber war gestern
/ 19.06.2013„Ich hatte früher einen Scout “, „Zur Einschulung bekam ich einen Amigo-Rucksack“ – „Ich hatte eine Ledertasche“ mag letzterer früher nur widerwillig zugegeben haben, klang es doch immer ein bisschen nach Streber-Aufzug. Grund zur Scham? Das Label Zatchel zeigt, dass es den spätestens heute nicht mehr gibt.











Ein Sonntag wie man ihn sich nicht besser malen könnte: Die Sonne strahlt auf den kleinen Flohmarkt, der sich inmitten der Großstadt über ein traditionsreiches Parkgelände erstreckt. Unzählige Buden zeigen Fundstücke aus den eigenen Kindertagen, antike Uhren, altes Geschirr und dazwischen auch die ein oder andere Tasche, die zum perfekten Begleiter für das Vintage-Outfit werden könnte: Maxirock, Jeansbluse, großer Hut, 60ies-Sonnenbrille….Satchel! Klischeebehaftet? Nur ein wenig, denn um diese Art von Tasche ohne den leichten Geruch vergangener Tage zu finden, muss man nicht unbedingt einen Flohmarkt besuchen.
Das britische Traditionsunternehmen Zatchel befasst sich seit 2011 mit der Herstellung der Satchel-Bags, die Alan Garner im Film „Hangover“ als unverzichtbares Accessoire keinem geringeren als dem Vollzeit-Abenteurer Indiana Jones zuordnet und stark an den – immer ein wenig streberhaft wirkenden – Schulranzen britischer Internatsschüler erinnern. So entstand der Name in Anlehnung an den englischen Begriff „satchel“, der nichts anderes als das bedeutet, worum es sich hier handelt: die Büchertasche.
Gegründet wurde das Label 2011 von Dean und Brian, die einen kleinen Handwerksbetrieb in Leicester, Großbritannien, betreiben und sich auf das Material Leder fokussieren. Die beiden Gründer der Manufaktur, deren Wurzeln eigentlich in der Schuhindustrie liegen, wollten zwar eine neue Richtung einschlagen, der britischen Handwerkskunst aber dennoch treu bleiben. Darum gibt es die Schultertaschen neben der klassisch, rechteckigen Satchel-Form, die mit Metallic-Finishings, in Farben wie Grün, Lila, Rot oder im Colour-Blocking-Design, mit Drucken von Dots und Flowers über Reptilien sowie Elefantenhaut bis hin zur patriotischen Union Jack-Variante daherkommt, auch in neuen Styles.
So zeigt sich das Lederaccessoire mal als Duffle Bag in Rucksack ähnlicher Ausführung, als Saddle Bag, als Executive mit großen Vordertaschen oder aber in Form der Barrel Bag – was die Themen Farbe, Muster und Materialmixes angeht, sind auch hier keinerlei Grenzen gesetzt. Neu im Programm: Accessoires wie iPad-Cases, Gürtel und Portemonnaies. Aber natürlich dürfen auch die Satchel-Klassiker in Schwarz und Braun nicht fehlen, die in ihrer traditionellen Schulranzen-Assoziation schon – wie kann es als typisch britisches Label anders sein – in einem Monolog in Shakespeares „Wie es euch gefällt“ promotet wurden. Und wem von euch gefällt’s?


