Say „Cheese“!
/ 19.02.2014„Bitte lächeln“ heißt es gern vor der Kamera – die Fotoobjekte, mit der Designer künftig buchstäblich Licht und Schatten in die Fashion-Welt bringen wollen, werden diesen Satz wohl kaum beherzigen können. Was das Motiv vor der Linse wohl mit dem folgenden Trend zu tun hat…

Numer

Vero Moda; Molo

Matthew Williamson; Just Cavalli

Blood Brother; Element

GHugo Boss; Paul Smith

Rocawear; Hartford

Orlebar Brown; Filles a Papa
Dunkle Wolken ziehen über die kreativen Felder der Mode, hier und dort bricht ein angedeuteter Sonnenstrahl durch die Decke, ein Hochhaus erstreckt sich gen Himmel, irgendwo erblickt man einen Wasserfall, um den sich kleine, farbenrohe Vögel versammeln. Klingt so gar nicht nach Fashion, sondern eher nach Dschungel, Einöde, Großstadt oder Flora und Fauna? Und damit liegt der Betrachter auch gar nicht so falsch – in der nächsten Saison wird die Inspiration, die man aus all diesen Orten und Vorstellungen ziehen kann, einfach auf Blusen, Hosen oder Mäntel gedruckt. Die sehen dem verträumten Ort, dem weiten Feld oder der bunten Tierwelt teilweise so zum Verwechseln ähnlich, dass ein Blick in den Spiegel fast ausreicht, um sich an besagte Orte zu fantasieren.
Erschreckend real wirken die Prints, mit der die kreativen Köpfe die Modewelt nun begeistern wollen, ein bisschen geht mit dem „Natürlichen“ aber auch das Artifizielle einher, denn jeder Print wirkt nur so echt, wie der festgehaltene Bildmoment. Vorbei sind die Tage, an denen All-over-Drucke aus Blümchen, Karos oder Herzchen den Träger in Aufregung versetzen, zwar (noch) nicht, sicher bringt der so genannte Foto-Druck aber einen neuen Impuls in Sachen Motivfindung mit. So simpel wie Kamera raus, aussagekräftige Bilder schießen, auf jedwedes Kleidungsstück drucken lassen und damit auch noch einen ganz eigenen Moment verbinden, ist es aber nicht. Denn: ein unaufgeräumtes Zimmer, der gedeckte Frühstückstisch oder Selfies sollten bitte ungeprinted bleiben...


