Pyjamaparty now!
/ 28.06.2012Am Wochenende wird die Nacht schon mal zum Tag gemacht. Klamottentechnisch hingegen machen wir jetzt den Tag zur Nacht: Der Pyjama kämpft um einen Platz in der Tagesgarderobe.

Ausblick: Beide Teile stammen aus der kommenden Winterkollektion von Minimum

Gemütliches Outfit aus Sweatshirtstoff von Cheap Monday

Entspannt legere Hosen aus der aktuellen Minimum-Kollektion

Und hier zwei schickere Varianten des Labels

Bluse im Pyjama-Style von Samsoe Samsoe

Mit dezentem Muster von Sessun

Pastellfarbene Bluse von Monki

Klassisch in Streifen - diese Bluse ist ebenfalls von Monki
Pyjamas im Bett zu tragen ist nichts neues, jetzt aber erobert der Schlafanzug nach und nach als Tagesoutfit die Modewelt. Zugegebenermaßen ist dieser Trend nur bedingt alltagstauglich und in Jobs mit Business-Dresscode sollte man ihn eher meiden. Der Bankkauffrau beispielsweise sei also zu anderer Kleidung geraten. Diese Notwendigkeit ist bedauerlich, denn der Tagespyjama kommt ziemlich adrett daher. Hier handelt es sich mitnichten um Exporte aus der Wäscheabteilung, sondern zum Teil um erlesene Designer-Kreationen - extra für den Tag. Eigentlich ist’s wie immer: Isabel Marant, Dolce&Gabbana und Dries van Noten machen’s vor, Zara, H&M und Co. ziehen nach.
Die Pyjamaoberteile und -hosen sind weniger voluminös geschnitten als ihre Kollegen für die Nachtschicht. Die Farben bleiben gedeckt, die Muster zeigen sich verschwommen oder auch mit Retro-Anklang. Es können passende Oberteile und Hosen kombiniert werden, ebenso funktionieren zur Pyjamahose schmale Tops und Pullover, eventuell auch weitere Versionen, die dann aber im Hosenbund zu tragen sind. Ein gutes Outfit braucht Spannung. Die kriegt man hin, indem man Gegensätze einbaut: Hier gilt die Regel „schmal zu weit“. Die Oberteile passen zu enganliegenden Hosen – gerne Jeans – und ebensolchen Röcken. Schuhe sind hier viele möglich, aber eine locker fallende Hose sieht mit durch Killer-Heels verschärfte Riemchensandaletten besonders chic aus.
Warum wurde jetzt ausgerechnet der Pyjama-Look als Fashion-Spielplatz entdeckt? Hat das etwas mit der Tendenz zum Homing und Cocooning – oder spießiger ausgedrückt: mit der Gemütlichkeit - der letzten Jahre zu tun, mit der wirtschaftlicher Unsicherheit und Alltagsstress begegnet wurde? Kann sein, muss aber nicht. Vielleicht ist dieser Trend deshalb entstanden, weil sich alle Modeebenen immer mehr ineinander verschachteln: Für Frauen gibt’s den Boyfriend-Style, Männer kleiden sich metrosexuell in Skinny Jeans und farbliche Matching-Codes wurden spätestens mit Colorblocking in Pink, Orange und Violett hinfällig. Warum also an einer Daywear/Nightwear-Trennung festhalten?
Und eines Tages lösen sich vielleicht sogar die Dresscodes im Job auf, so dass selbst die Bankkauffrau einen pyjamorösen Auftritt hinlegen kann.


