Picture me

  /  10.11.2010

Der Heilige Abend rückt unaufhaltsam näher und damit auch die übliche Geschenke-Frage. Pünktlich dazu erscheint am 3. Dezember 2010 der Film „Picture me – Tagebuch eines Topmodels“, der für Branchen-Interessierte durchaus ein Geschenk sein kann.

DVD-Cover "Picture Me - Tagebuch eines Topmodels"

Topmodel Sara Ziff

Alle Jahre wieder steht plötzlich und vollkommen unerwartet (mitunter auch unerwünscht) Weihnachten vor der Tür. Und wie jedes Jahr fragt man sich: Was soll ich bloß schenken? Für alle, die der besten Freundin, der Schwester oder der Schwägerin nicht erneut den immer gleichen Verlegenheits-Gutschein oder die gern genommene Duftkerze mitbringen möchten, ist das „Tagebuch eines Topmodels“ eventuell eine echte Alternative.

„Picture me – Tagebuch eines Topmodels“ ist die Dokumentation über das Topmodel Sara Ziff, deren deutsche Synchronstimme übrigens von Irina von Bentheim gesprochen wird – die Stimme von Carrie Bradshaw aus „Sex and the City“. Saras Freund, der Dokumentarfilmer Ole Schell, hat sie fünf Jahre lang bei ihrer Arbeit begleitet und dabei nicht nur hinter die Kulissen geschaut, sondern auch mit Modelkolleginnen, Stylisten und Designern über das scheinbar glamouröse Mode-Business gesprochen.

Herausgekommen ist ein Film, der den Modelalltag in allen Höhen, aber eben auch Tiefen beschreibt und zeigt, dass es wenig Routine in diesem Job gibt und schon gar keine festen Arbeitszeiten. Man sieht junge Frauen, die aus Zeitgründen kaum schlafen, unregelmäßig essen und sich – wie sollte es auch anders sein – ständig Gedanken um ihr Aussehen machen. Diese Frauen, die uns von den großen Plakatwänden ansehen, sind bisweilen sehr viel unsicherer als wir Normalsterbliche, denen nicht ständig gesagt wird, dass wir toll aussehen. Da schauen 22-jährige, hochbezahlte Models neidisch nach links, weil dort ein Nachwuchstalent von gerade mal 16 Jahren sitzt. Sie regen sich auf über den Jugend- und Schlankheitswahn, und obwohl sie ein Teil davon sind, bekommt man den Eindruck, es sind alte, verbitterte Frauen, die dort reden. Insofern schreibt sich der Film zurecht Attribute wie „schonungslos“, „authentisch“ und „ungeschminkt“ zu, wobei sich das Mitgefühl als Zuschauer in Grenzen hält, wenn in Nahaufnahme Schecks präsentiert werden, die fünf- oder sogar sechsstellige Summen als Gage für einen einzigen Modeljob aufzeigen.

Alles in allem sorgt diese Doku tatsächlich für eine realistische Vorstellung, wie der Modelalltag so abläuft. Und obgleich man nicht nur die guten, sondern eben auch die schlechten Seiten des Business’ kennen lernt, verliert man als echter Fashion-Fan dennoch nicht die Lust an Mode und allem, was dazugehört. Erhältlich ist die DVD im Handel ab dem 3. Dezember 2010 für 14,99 Euro, Laufzeit cirka 80 Minuten.

Melanie Straßburg