Pariser Shopping-Trends

  /  08.10.2010

Die Metropole an der Seine setzt in der aktuellen Herbst/Winter-Saison total auf Kontraste. Die Designer-Outfits präsentieren sich entweder klassisch-sportiv mit starken Retro-Anklängen oder ultramodern in sehr düsteren Optiken.

Wie immer eigentlich lohnt auch im Moment ein Blick in die Pariser Schaufenster: Der Young Fashion-Bereich teilt sich in der aktuellen Saison in zwei unterschiedliche Lager. Coole Raffinesse mit Hang zur Extravaganz steht klassischer Sportswear mit amerikanischen Wurzeln gegenüber. Die Besonderheiten sind bei beiden Richtungen vor allem in den Details zu suchen: Materialauswahl, innovative Schnittgestaltung, gewagtes Spiel mit Proportionen und häufig eine kräftige Prise Sex-Appeal machen ihren Reiz aus. Der Sportswear-Bereich zeigt sich von seiner authentischen Seite. Wenig verwunderlich also, dass Caban-, Baseball-, Jeans-, Daunen- und Bikerjacke derzeit Hochkonjunktur haben. Gleiches gilt im Übrigen für Westen sowie Hemden und Blusen in diversen Denims oder Karos. Die Jeanshose - am liebsten mit weit hochgekrempeltem Saum - zählt bei beiden Geschlechtern zu den absoluten Favoriten, ganz egal ob „destoyed“ oder „classic blue“.

Es ist kaum zu übersehen, die Mode orientiert sich gegenwärtig wieder stärker an alten Rollenbildern, sprich junge Männer geben sich rebellisch und maskulin, die Mädels betonen ihre Weiblichkeit. Wer nicht so sehr auf Retro und Althergebrachtes steht, entscheidet sich für die andere wichtige Modeströmung. Es handelt sich um sehr cleane Outfits in meist monochromen Farbwelten. Schwarz ist bekanntermaßen seit jeher die Farbe der Coolness und deshalb hier eindeutig zu favorisieren. Leichte Military-Elemente und/oder avantgardistische Schnitte bringen bei diesen Looks garantiert die modischen Kicks.

Und wenn sich die Bekleidung derzeit schon etwas in Zurückhaltung übt, dürfen wenigstens die Accessoires richtig auftrumpfen, denn schließlich verpassen sie jedem Outfit eine sehr individuelle Note. Kopfbedeckungen in Form von klassischen Herrenhüten oder Pelzkappen sind diese Saison unverzichtbar. Auch ohne derbes Schuhwerk geht im Augenblick gar nichts. Schnürboots und hohe Schaftstiefel in diversen Ausprägungen erfreuen sich deshalb weiterhin größter Beliebtheit. Etwas feiner wirken dagegen die gerade schwer angesagten Penny-Loafer, die im Idealfall mit weißen Socken kombiniert werden - eben ganz klassisch im Stil der Rockabillies und Teds der Fifties.

Thomas Henkelmann