Nie mehr nix zum Anziehen!

  /  02.08.2012

Der Kleiderschrank einer Frau ist in den meisten Fällen vor allem eins: überfüllt. Spätestens, wenn der Platz für neue Errungenschaften fehlt, müssen alte Lieblingsstücke weichen. Mit Common Vintage finden diese schnell und einfach ein neues Zuhause.

Angefangen hat alles mit Kleidertausch-Partys in einer Berliner Wohnung: Eine kleine Runde fand sich mit Tüten voller Kleiderschrankleichen zusammen und es wurde fleißig getauscht. Die Idee für eine Tauschbörse namens Common Vintage war geboren. Mit der Zeit wurde die Gruppe größer und größer, sodass die Events mittlerweile in Shops und Clubräumen stattfinden, um genug Platz bieten zu können. Jetzt ist Common Vintage auch als virtueller Flohmarkt zu finden. Jederzeit können der Kleiderschrank nun auf unkomplizierte Weise entlastet und aussortierte Sachen an andere weitergegeben werden.

Doch wie funktioniert Common Vintage? Nach einer einfachen und kostenlosen Registrierung auf der Website per E-Mail-Adresse oder Facebook-Account kann jeder User ein Tauschboard erstellen, welches für alle Nutzer sichtbar ist. Hier sind alle Teile zu finden, die im eigenen Kleiderschrank nicht länger willkommen sind. Über eine Tauschanfrage können andere User Interesse zeigen und dem Kleidungsstück virtuell ein Kompliment vergeben. Anschließend gehen die Verhandlungen los. Sollten die beiden Tauschgebote einen Wertunterschied aufweisen, kann dieser durch einen Gutschein oder eine Spende für wohltätige Zwecke ausgeglichen werden. Common Vintage funktioniert also nahezu geldfrei – lediglich Gutscheine oder Spenden kommen als Zahlungsmittel in diesem Bereich in Frage, sodass das Sparschwein nicht angerührt werden muss.

Doch nicht nur Privatpersonen nutzen Common Vintage: Auch immer mehr Second-Hand-Shops aus verschiedensten Städten sind hier zu finden. Sie bieten ihr Sortiment teilweise oder komplett zum Kauf oder Verleih an. Das dürfte besonders die Vintage-Fans freuen, die in keiner Großstadt wohnen und deren nächstgelegener Vintage-Shop einige Kilometer entfernt liegt. Anders als im privaten Bereich wird hier kein Tausch angeboten, sondern das Angebot kann wie im Laden zu festgelegten Preisen gekauft werden.

Das Prinzip der Online-Flohmärkte ist nicht ganz neu, doch der Tausch-Aspekt überzeugt. Während es auf anderen Portale den Tausch meist nur als eine weitere Option neben dem regulären Verkauf gibt, wird diese Möglichkeit bei Common Vintage besonders groß geschrieben. Gründerin Karin Fröhlich möchte durch ihren Online-Flohmarkt erreichen, dass mehr und mehr Personen ihre abgelegten Sachen nicht einfach entsorgen, sondern an Vintage-Fans weitergeben. So können nicht nur Ressourcen gespart werden, sondern Lieblingsstücke zudem eine neue Hochsaison erfahren.

Caroline Reimer