Mode der Umwelt zu Liebe
/ 28.08.2013Als Designer hat man es nicht immer leicht, sich gegen die Mitbewerber durchzusetzen, bahnbrechend Neues zu entwickeln oder sich in ganz besonderer Art und Weise von den Kreationen der anderen abzusetzen. Eine interessante Idee hatte da Julia Starp, welche mag das sein?





Riesige Wände werden mit ihr plakatiert, an jedem zweiten Stromkasten hängen Ankündigungen für Festivals, Flohmärkte und Designer-Sales, Flyer jeglicher Art flattern in die häuslichen Briefkästen – dabei haben sie alle etwas gemein: Es handelt sich um Werbung! Sicher jeder hat sich mindestens schon ein Mal vor die Herausforderung gestellt gesehen: Was mache ich mit dem ganzen Zeug? Wenn es nicht gerade der Prospekt für den Sushi-, Griechisch- oder Burger-Lieferservice ist, dann hat Werbung in der Regel keine besonders lange Lebensdauer. Das möchte Julia Starp gern ändern.
Zur Fashion Week Berlin im Juli 2013 hat die Designerin Kreationen aus Material auf den Laufsteg gebracht, das in ihren Augen viel zu schade war, um auf dem Müll zu landen. Recht hat sie, denn die ausgemusterten Werbeplakate von Otto waren ihr Inspiration genug, um daraus Designs der etwas anderen Art zu entwerfen. So hat sie die zehn mal zehn Meter großen Planen in Kleidungsstücken, Taschen, iPhone- oder iPad-Hüllen und sogar in Form eines Prêt-à-porter-Kleides ihrer neuen Kollektion verarbeitet. Ab Herbst dieses Jahres sollen jährlich in etwa 700 Teile aus den ehemaligen Werbebannern entstehen – der Fokus liegt jedoch auf den Accessoires.
Und wer hilft dabei? Neben dem ökologischen Anspruch legt die Kreative viel Wert auf soziales Engagement und lässt die Bags, die zwischen 12 Euro (iPhone-Hüllen) und rund 80 Euro kosten, auf eigenen Wunsch in einer Behindertenwerkstatt im Kreis Dithmarschen herstellen. Ab September 2013 sollen die guten Stücke dann bei Levante Fashion Design, einem Designerladen im Levantehaus in Hamburg, und in den virtuellen Regalen des neuen Onlineshops von Julia Starp ausliegen. Wie das bei recycelten Materialien nun einmal der Fall ist, sieht dabei kein Stück exakt so aus wie das andere und so bekommt jeder Taschenliebhaber ein echtes Unikat. Wer glaubt jetzt noch daran, die Werbung sei ausschließlich ein kurzlebiges Geschäft? Man sieht sich schließlich immer zwei Mal im Leben....


