Let’s hack fashion
/ 11.10.2012„Mach’s dir selbst, besser geht’s nicht…“ – diesen Aufruf einer deutschen Band hat eine junge Modedesign-Absolventin jetzt in die Tat umgesetzt. Auf ihrer Plattform ermöglicht sie auch Menschen ohne Design-Studium das Entwerfen und Nähen eigener Kleidung.

Die Fashion Hackers plädieren auf ihrer Plattform für mehr DIY-Mentalität!

Ob taillenhoher Tellerrock,...

...transparente Bomberjacke oder Bleistift-Rock...

Alle Kreationen werden von der Community der Fashion Hackers mitentschieden.

Anschließend können sie gegen kleines Geld heruntergeladen und nachgenäht werden.

Auch diese weite Marlene-Hose kann nun jeder alleine zaubern!
Fashion Hackers – ein etwas ungewöhnlicher Name für eine Modeplattform, weshalb man beim flüchtigen Blick zunächst ein bisschen ratlos zurückbleibt. Klickt man sich jedoch durch die Page, wird man schnell fündig und merkt, dass hinter Fashion Hackers ein ungewöhnliches und gleichzeitig spannendes Konzept steckt.
Die Idee kam Sophie Schmuckermeier bereits während des Studiums. Grundstein dafür war die Kritik am bestehenden Verhältnis zwischen Designern und Kunden. Während die Hierarchien immer flacher werden, schlägt die Modebranche nach wie vor einen anderen Weg ein: Designer werden – zumindest laut Schmuckermeier – als König des Hauses gefeiert, während Einkäufer und Co. das Fußvolk bilden. Genau dieser Zustand steht in starkem Kontrast zum allgemeinen Interesse an Mode, das wächst und wächst. Während Fashion Weeks und andere Events vor wenigen Jahren noch den Insidern der Branche vorbehalten werden, kann mittlerweile nahezu jeder über das Internet und anderen Medien die neuesten Trends und Shows verfolgen.
Mit dem wachsenden Interesse verstärkt sich auch der Drang nach Mitgestaltung und dem Einbringen eigener Ideen. Nach der Beendigung ihres Studiums im Februar 2012 ging Schmuckermeier daher in die Offensive und stürzte sich in die Planung einer eigenen Plattform, bei der jeder Hand anlegen kann.
Seit Anfang Oktober 2012 kann man seinen kreativen Ergüssen auf Fashion Hackers nun freien Lauf lassen. Aus allen Inspirationen wird in Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Community alle drei Monate eine Kollektion entwickelt. Die so entstandenen Kleidungsstücke gibt es nicht direkt zu kaufen, sondern lediglich deren Schnittmuster mit einer Anleitung. Diese können ausgedruckt sowie zusammengesetzt und im Anschluss – unterstützt von Video-Tutorials – in ein Kleidungsstück umgewandelt werden. Zusätzliche Hilfe findet man in der umfassenden Sammlung an Informationen über Nähtechniken, Stoffe und Co.
Mit ihrer Idee animiert die 25-Jährige zum Selber-Machen: Anstatt sich dem „Modediktat“ der Branche zu unterwerfen, will sie sich ihren eigenen Weg erkämpfen und die Grundlage für Kollektionen schaffen, die eine eigene Geschichte und persönliche Note besitzen. So bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Let’s hack!


