Kleine Kleider, große Wirkung

  /  09.01.2026

Wie können wir Textilabfälle, besonders bei Kinderkleidung, reduzieren? Und welche Rolle spielen neue Technologien für eine nachhaltigere Modebranche? Mit diesen und ähnlichen Fragen hat sich Priya Ahluwalia gemeinsam mit Epson befasst und eine kreativ-innovative Antwort gefunden…

Würde man die in Deutschland jährlich rund 196,7 Millionen* weggeworfenen Kinderbekleidungsstücke übereinanderlegen, wäre der Stapel etwa 2.160 Kilometer hoch – das rund 244-fache der Höhe des Mount Everest mit 8.848 Metern. Bei der Durchschnittsfamilie landen etwa 15 Teile pro Kind pro Jahr im Müll. Was kann man machen, um diesen Zahlen entgegen zu wirken bzw. erst einmal bewusst auf das Problem aufmerksam zu machen? Eine kreative Antwort darauf liefert Designerin Priya Ahluwalia in Zusammenarbeit mit dem bislang vor allem für Drucklösungen bekannten Unternehmen Epson: Gemeinsam haben sie die Miniatur-Kollektion „Fashion Play“ aus recycelten Stoffresten geschaffen – unter Einsatz der Dry Fiber-Technologie von Epson, die den Wasserverbrauch drastisch reduziert. Ursprünglich für das Recycling von Büropapier verwendet, wurde die Technologie weiterentwickelt, um Vliesstoffrollen aus getragenen Kleidungsstücken herzustellen.

Das „Fashion Play“, inspiriert von den Herbst/Winter-Designs 2025/26 der Marke Ahluwalia, ist eine spielerische, aber eindringliche Erinnerung an die Menge textiler Abfälle und weist auf die Notwendigkeit hin, die Art und Weise, wie Kinderkleidung produziert und entsorgt wird, zu überdenken. Priya Ahluwalia, Gründerin des 2018 ins Leben gerufenen Labels, erklärt: „Als ich nach Indien und Nigeria reiste, sah ich die Berge an Textilabfällen als Folge der westlichen Bekleidungsindustrie. Die Zusammenarbeit mit Epson geht über Mode hinaus. Es geht darum, Gespräche über Nachhaltigkeit anzustoßen. Angefangen bei der Art und Weise, wie wir uns kleiden, bis hin zu den Entscheidungen, was im Anschluss mit der Kleidung geschieht. Mit dieser Miniaturkollektion, die mit der Dry Fiber-Technologie hergestellt wurde, zeigen wir, dass moderne Technologie die Zukunft der Mode neugestalten kann.“ Neben der speziellen Technologie kam auch der digitale Textildrucker Monna Lisa von Epson zum Einsatz, der den Wasserverbrauch bei der Textilproduktion um bis zu 97% senkt.

Maria Eagling, Marketing Officer bei Epson, sagt: „Mode bietet jedem Alter eine kreative Möglichkeit, sich selbst auszudrücken, aber wir alle müssen eine Rolle dabei spielen, bessere Entscheidungen zu treffen, wenn es darum geht, was wir kaufen und wie wir es entsorgen. Es gibt zwar einige einfache Maßnahmen, die Verbraucher ergreifen können – von der Reduzierung der Menge, die sie kaufen, bis hin zum Kauf von Second-Hand-Kleidung – aber wir wollten zeigen, wie Innovationen wie die Dry Fiber-Technology auch dazu beitragen können, die Menge an Kleidung zu reduzieren, die auf Mülldeponien landet. Das ‚Fashion Play‘ ist eine Kollektion als Anspielung auf den Spaß am Verkleiden, das wir schon als Kinder haben. Die hier eingesetzten Methoden und Materialien haben das Potenzial, die Modeindustrie grundlegend zu verändern.“
   
Priya Ahluwalia kombiniert Elemente aus ihrem indisch-nigerianischen Erbe und arbeitet stetig an Möglichkeiten, wie sich die Produktion von überschüssiger Kleidung vermeiden lässt und auf welche Weise alten Materialien durch moderne Techniken neues Leben eingehaucht werden kann. Ihre Marke ist von afrikanischer und indischer Kunst, Musik, Literatur und Kultur geprägt. Das spiegelt sich auch in der Miniatur-Kollektion wider, die im besten Fall die oder andere und den einen oder anderen zum Nachdenken anregt…


*Die Epson-Studie wurde von 3GEM unter einer Stichprobe von 7.000 europäischen Eltern (1.000 davon in Deutschland) im Oktober 2025 durchgeführt.

Kristina Arens