Hinter den Kulissen von Brands4Friends

  /  09.11.2010

Fashion-Liebhabern, Shopping-Fanatikern und Schnäppchenjägern ist Brands4Friends bestimmt ein Begriff, und die meisten der eben erwähnten Spezies sind dort sicherlich schon registriert. Doch wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen eines Shopping-Clubs aus? 1st-blue hat nachgeschaut.

In der Johannisstraße 20 arbeiten rund 200 Mitarbeiter für Brands4Friends.

Nach der Qualitätskontrolle kommt die Musterware in die Produktion von Brands4Friends.

Jedes Musterteil wird für das Shooting aufbereitet.

Im Tageslager in Berlin-Mitte starten die Rollständer ihren Lauf durch die gesamte Produktion.

Zehn Texter verfassen täglich bis zu 450 Produktbeschreibungen.

Der Blick für's Detail ist gefragt!

In zehn Fotostudios setzen Fotografen die Ware in Szene.

Für jedes Produkt - vier Ansichten inklusive Details - hat der Fotograf meist nur einige Sekunden Zeit.

Täglich sind mindestens sechs Models in der Johannisstraße, um für Imagebilder zu posieren.

Die Models werden von hauseigenen Hair- und Make-up-Artists für das Shooting gestylt.

Sechs Motiongrafik-Designer cutten Fotos und Videos. Die Musik kommt von eigenen Sounddesignern.

Ein Hochregallager ermöglichte den zügigen Versand von über einer Mio. Pakete im Jahr 2009.

Der Brands4Friends-Logistiker packt die Ware und versendet sie an den Endkunden.

Innerhalb von 14 Tagen erhalten Brands4friends-Kunden ihre Markenprodukte.

Die heiligen Hallen des Online-Shopping-Clubs Brands4Friends in Berlin sind nichts für Orientierungslose. Als Außenstehender läuft man schnell Gefahr, sich auf den fünf Etagen des Gebäudes, das in vergangenen Zeiten als Casting-Zentrale für Tom Cruise-Filme genutzt wurde, zu verlaufen. Die rund 200 Mitarbeiter hingegen finden sich bestens zurecht. Und das müssen sie auch – Zeit, ziellos herumzuirren, haben sie nämlich nicht. Schließlich müssen jeden Tag etwa 450 Produktbeschreibungen verfasst und bis zu 10.000 Fotos geschossen werden.

Wie ein Shopping-Club funktioniert, dürfte den meisten Fashion-Freunden bekannt sein, dennoch sei das Prozedere hier für die letzten Unwissenden noch einmal kurz erklärt: Bevor das Schnäppchenjagen beginnen kann, müssen sich Shopping-Wütige zunächst kostenlos registrieren, indem sie von einem Mitglied eingeladen werden oder sich auf eine Warteliste eintragen. Nach der Anmeldung kann der Run auf die heiß begehrten Teile der verschiedenen Labels losgehen – und hier heißt es: Wer zuerst kommt, malt zuerst, denn die Produkte sind immer zeitlich und mengenmäßig limitiert!

Über drei Mio. Mitglieder sind in Deutschland bereits bei Brands4Friends registriert. Kein Wunder, können beim Kauf der Markenartikel doch bis zu 70% gegenüber der Preisempfehlung des Herstellers gespart werden. Ein 40-köpfiges Sales- und Sourcing-Team arbeitet mit rund 500 Hersteller-Partnern zusammen und sorgt Tag für Tag für neue Ware: Zunächst werden nur Muster geordert – die konkrete Anzahl der Teile bestellt Brands4Friends erst nach Ablauf der Aktion beim Hersteller. Jedes Musterteil, das im Tageslager in Berlin eintrifft, wird in das Warenwirtschaftssystem eingegeben und für das Shooting vorbereitet. In zehn Studios werden täglich mindestens sechs Models fotografiert, die zuvor von hauseigenen Hair- und Make-up-Profis aufgehübscht werden. Zehn Texter verfassen täglich bis zu 450 Produktbeschreibungen, während sechs Motiongrafik-Designer Fotos und Videos cutten und animieren, die in den eigenen Studios gefertigt werden. Die passende Musik kommt von eigenen Sounddesignern, die täglich bis zu fünf Tracks produzieren – davon könnte sich doch der ein oder andere Songwriter glatt ein Scheibchen abschneiden. Hat ein Teil die gesamte Produktionskette durchlaufen, geht’s ab in das Logistikzentrum nach Großbeeren, um Platz für neue Musterwaren-Anlieferungen zu schaffen.

Brands4Friends verkauft jeden Tag bis zu 33.000 Teile, und alle Freunde des virtuellen Shoppings kennen sicherlich das Gefühl, wenn schließlich ein Päckchen vor der Tür liegt: Es ist ein bisschen, als hätte man Geburtstag, oder als wäre der Weihnachtsmann schon ein wenig früher da gewesen.

Kristina Arens