Her mit der Liane!

  /  21.11.2012

Was Adam und Eva modisch zu bieten hatten, war vielleicht etwas dürftig, doch grundsätzlich haben schon sie inmitten von Flora und Fauna einen Trend gesetzt, der – in stofflich weiterentwickelter Ausführung – auch heute noch gilt. Statt des Feigenblattes in üblicher Form, gibt’s dieses jedoch heute in der gedruckten Variante.

Ich Tarzan, du Jane? Nicht ganz, aber dank der Labels Astrid Jane und Only hat sie die Hosen an

Antony Morato mag es ein bisschen dezent...

...ebenso Elfenhaut, die auf leichte Drucke auf noch leichteren Materialien setzen

Ob dezent oder knallig - Barre Noir bringt nicht nur die Augen zum Leuchten

Blumige Aussichten? Die Korsagen von Tomto Berlin

Franklin&Marshall werden mit dem Dschungelthema schon etwas deutlicher

Mit Gant kommt kommt die geballte Natur im satten Grün auf den Laufsteg

bei Gestuz bedient man sich eher der blumigeren Farben

Bei Levi's wird der Flower-Print leicht verschwommen realisiert

Ein Hauch von Blumenwiese findet sich bei Mavi

Für Noa Noa und O'Neill spielen auch erdige Farben eine Rolle

Pastellig wird es dank des Labels Rosarot

WTG - die ganze Flower Power im Stil der 70er Jahre

In dem Dickicht vieler Kollektionen wird man für florale Styles auch bei Zalando fündig

Schemenhaft angedeutet: Palmenblätterdrucke von Malaika Raiss

Was Tarzan sich selten aus der Hand nehmen ließ, war…? Richtig, eine Liane. Vorbei an Urwaldgestrüpp, schwang er sich mit Jane durch den Dschungel, frei von modischem Zwang, vor der Natur nur durch einen Lendenschurz geschützt. Auffälliger kam da nur Jane daher, als Tochter eines Wissenschaftlers, die zumindest optisch ein wenig mehr Kleidung trug, als es Tarzan tat. Eine Liebe wie aus dem Bilderbuch – was den beiden Figuren in der Wildnis Afrikas jedoch schlicht und einfach fehlte, war die modische Anpassung an ihre Umgebung: ein bisschen Flower-Print für Jane, ein paar leichte Floralmuster für Tarzan, die beiden wären auch visuell ein perfektes Dschungel-Paar gewesen.

Doch was trägt der Städter, fernab jeder romantischen Urwald-Idylle, um das Feeling von Bienchen und schwerpunktmäßig Blümchen, mit in den City-Jungle zu bringen? Im besten Fall die Andeutung leichter Palmblätter auf einem Hauch von Kleid, ein luftiges Blüschen mit floralen Prints, Hibiskusblüten-Drucke für den Tarzan im Jedermann, der sich – ob bedauerlich oder nicht – von dem knappen Outfit des Lendenschurzes distanzieren möchte. Von Ampel zu Ampel wird sich in den hiesigen Gefilden abseits der geballten Natur wohl niemand hangeln, für mehr Liebe zur farb- und formreichen Wildnis dürften sich jedoch ab Frühjahr/Sommer 2013 wieder alle erwärmen können.

Da kommt die Mode von Flower-Power-Prints über verträumte Südsee-Naturdrucke bis hin zur oftmals nur angedeuteten Dschungel-Vegetation auf Materialien wie Seide, Jersey und Leinen, sportlich, casual, elegant und trendy daher. Ob in Pastell, in bunt und knallig, dunkel und verwegen – farblich sind diesem Thema keine Grenzen gesetzt. Wer also ein Stückchen Urwald-Dickicht in die graue Großstadt transportieren will, der muss nicht die nächstbeste Liane statt der U-Bahn nehmen – die Fashion-Welt zeigt sich dank vieler Designer in der kommenden Saison so variantenreich und natürlich wie Flora und Fauna themselves. Aufgepasst, Helden des Dschungels, die Großstadt-Wildnis ruft!

Lara Schotten