GDS: Schuhe im Fokus

  /  19.03.2013

Auf der GDS in Düsseldorf zeigte die Schuhbranche Highlights für die Herbst/Winter-Saison 2013/14. Welche Trends kommen, welche Styles man künftig im Schrank haben sollte und was es abseits der vielen Kollektionen sonst noch zu sehen gab: Die Antwort gibt es hier!

Schuhe, Taschen, Accessoires – die vielen Marken auf der GDS zeigten Highlights und Must-haves, präsentierten Trends und hin und wieder auch skurille Styles, bei denen man nicht umhin kam, einen Blick darauf zu werfen. Für all diejenigen, die jetzt schon wissen wollen, was im kommenden Herbst/Winter angesagt ist, gibt es hier eine kleine Zusammenfassung der Kollektionen und davon, was abseits von Schuhen sonst noch Erwähnung finden sollte.

Let’s walk in cork!

Weinkorken, Korkböden, Korkpinnwände, Korkschuhe… Ja, richtig gehört: Letzteres Beispiel für Dinge, die man aus Kork kennt, fällt etwas aus dem Rahmen und hat genau deshalb in der Design Attack unsere Aufmerksamkeit erregt. Das portugiesische Label Rutz designt Schuhwerk aus eben diesem Material und besonders die Schnürer und die Boots haben irgendwie das gewisse Etwas.

Aus der Haut gefahren!

Bei Iron Fist zeigt sich für die kommende Herbst/Winter-Saison das Thema Grunge gepaart mit Horror-Schocker-Elementen, denn abgesehen von den ohnehin schon extravaganten Mustern zieren neben den neuen Drucken von übergroßen Eyeballs auf Heels, Flatform-Shoes und Wedges noch ganz andere Designs die Styles des Brands. Dabei handelt es sich um Skelett-Prints in Form eines Schädels, traditionell in Schwarz und Weiß. Die Lack-Clutch sticht dabei besonders hervor, denn sie umschließen zwei Knochenhände – HANDtasche im allerengsten Sinne.

Die Zukunft gehört dir!

Wenn man als Designerin schon mal bei Jimmy Choo gearbeitet hat, könnten das doch die besten Voraussetzungen für eine eigene Marke sein, oder? So vor zwei Jahren geschehen bei Ines Caleiroauch und dem Lifestyle Brand Guava. Während der Fokus im Rahmen der GDS natürlich auf Schuhen liegt, hat die Marke aber auch Sonnenbrillen und bald darüber hinaus Taschen in petto, die allesamt auf einen leicht futuristisch angehauchten, von der Architektur inspirierten Look setzen – man beachte die Absätze der Pumps und Booties. Und die Zielgruppe? Zitat: Berlin is Guava City.

Guitar Hero

Taschen gibt es mittlerweile in so ziemlich allen Formen und Farben und gerade wenn man denkt, man hat alles gesehen, überrascht einen die Marke Freches Kind mit Bags, die jeden zum Guitar hero werden lassen. Vom Miniformat bis zur der Originalgröße ziemlich nahe kommenden Size ist alles dabei – ursprünglich hieß das Label von Cristina Smeets übrigens Naomi, benannt nach ihrer Tochter, wie sie wohl auf den neuen Namen kam?

Darkzone

Beim Brand Underground geht es, wie der Name schon erahnen lässt, eher ein bisschen düster zu. Für die Herbst/Winter-Kollektion 2013/14 zeigen sich die Styles der Marke in der Hauptfarbe Schwarz zudem noch Schwarz und… Schwarz. Ein bisschen Glitter sollte wohl hier auch nicht fehlen, denn für die Nieten-, Ketten- und Zipperdetails hat das britische Brand, das für seine Creepers bekannt ist, die Farben Silber und Gold gewählt. Was würde auch besser das Thema „Rock’n’Roll“ aufgreifen als diese Kombination?

Der Durchschaubare

Viele Schuh-Trends und -Strömungen begegnen den Besuchern der GDS, manche bedienen aber eine Nische, deren Zukunft entgegen ihres Auftretens undurchschaubar ist. Bei Spot on Kidderminster Footwear ist in der kommenden Herbst/Winter-Saison Durchsicht gefragt: Die Schnürer bestehen aus einem aus Gummi gegossenem Design, das zwar leicht getönt, dennoch im Fokus erst einmal durchsichtig ist. In den wasserdichten Schuh hat das Brand jedoch einen wärmenden und zudem bunten Strumpf gesteckt, der – nach Farbwunsch in Pink/Blau/Gelb/Grün-gestreift – austauschbar ist. Zeigt her eure Füße!

Auf den Clog gekommen

Manchmal entstehen die besten Ideen bei einem Gläschen Wein – oder bei zweien. So oder so ähnlich ist auch die portugiesische Marke Xuz entstanden. Clogs mögen Geschmacksache sein, die in erster Linie in Bezug auf die Sohle von genau diesem Modell inspirierten Schuhe des Labels zeigen sich in „moderneren“ Variationen und wurden mit Federn, Snake-Print, Glitzer sowie hohen Absätzen versehen und präsentieren sich unter anderem als Stiefel oder Ankle Boot. Clogs mal sexy…

Nicht für Nachteulen

Neben dem Glückspilz, dem Küss mich-Frosch und dem Bleib mir treu-Reh flattert jetzt die Nachteule durch die Kollektion von Adelheid und landet auf Hausschuhen, Taschen, Bechern und Anhängern. Der coole Kauz blickt einem mit großen Augen entgegen und ist als Trendtier offenbar noch lange nicht auf dem absteigenden Ast.

Ton in Ton

Bei Airstep ist man immer wieder an der richtigen Adresse, vor allem, wenn man Boots- und Bootie-Liebhaber ist. Der Spruch „Dasselbe in Grün“ trifft bei einem Modell und passender Tasche im wahrsten Sinne des Wortes zu, zeigen sich die Patchwork-Teile doch Ton in Ton.

Dass sich die Einzelhändler beim Ordern von ausgefallenen Männerschuhen recht zurückhaltend zeigen, hat man von diversen Labels gehört; schade eigentlich, denn ein wenig Mut zu Farbe und außergewöhnlichen Formen würde einigen Herren gar nicht schaden, denn den gefütterten Sneaker gibt’s auch noch in mutigeren Farben wie Violett; die in Blau/Schwarz gehaltene Version kommt hierzulande dann aber doch besser an.

Wanna be a Rockefeller?

Das dürfte zumindest mit den Styles der kommenden Herbst/Winter-Saison von United Nude kein Problem sein, denn die Marke zeigt sich glamourös in Form der für das Label bekannten High Heels mit einem Eyecatcher-Absatz, der dem Modell zurecht den Namen „Rockefeller“ einbringt. Davon abgesehen sind auch die in der Kollaboration mit Eamz entstandenen Designs einen Hingucker wert – die Heels einiger Styles sind eine Nachbildung des Lounge Chair-Fußes, andere greifen das Thema Unendlichkeit auf, in dem sie aus einem in sich geschlossenen Schuh bestehen und bekommen dadurch einen statisch-architektonischen Touch. Furniture meets Architecture meets Fashion.

Go for gold

Blattgold im wortwörtlichen Sinne findet sich auf den gefütterten Boots von Hobo Shoes, die so direkt ins Auge fielen. Das mit Ahornblättern verzierte Modell macht irgendwie Lust auf einen goldenen Herbst – und das obwohl sich gerade doch nahezu jeder den Sommer herbeiwünscht; das muss man erst einmal schaffen. Eyecatcher und bestens geeignet, um den Laissez-faire-Look mit Jeans und Oversized Hemd zu brechen: die roten knautschigen Boots der Marke.

Paris, mon amour!

Für einen echten Hingucker sorgte das italienische Label Mugnai. Der klassische schwarze Peeptoe der Marke überzeugt durch eine überdimensional große Schleife aus goldenem Leder, hat jedoch noch ein weiteres Highlight in petto. Der Absatz des Schuhs ist eine Miniaturausgabe des Eiffelturms. Hintergrund sei die Tatsache, dass Frankreich der bisher größte Absatzmarkt des Brands ist und dieses dadurch gewürdigt werden sollte. So liegt Paris der Damenwelt zu Füßen.

Let it snow, let it snow...

... kein Satz, den man beim Fernsehen gerne benutzen würde, wenn statt des gewünschten Programms nur Schnee über die Leinwand flimmert. In der Design Attack der GDS, in der sich jedes Mal rund 100 Newcomer präsentieren, wird das Motto „Snow TV“ allerdings bewusst gewählt, die Wände der Area präsentieren sich in schlichtem Schwarz, Szenen aus der Welt des Fernsehens werden während der Show parodiert, überall stehen alte Röhrenfernseher und Filmrollen, einen alten Truck mit Großbildleinwand zieren die Lettern „What do you stand for?“ und am Mischpult für Tonsequenzen will der DJ mit den filmischen Klängen für das sorgen, was über seinem Kopf mit Rotlicht geschrieben steht: Applaus!

Was sind schon ein Paar Hundert?

Das nennt sich ein verdienter Sieg! Wer über 300 Schuhe im Regal stehen hat, muss zwangsläufig früher oder später „Schuhfrau des Jahres“ werden. In diesem Fall wurde die Ehre Fernanda Brandao zuteil, die den Juroren mit ihrem Sammelsurium aus Sneakern und High-Heels in allen erdenklichen Farben und Formen fast keine andere Wahl ließ. Für die Brasilianerin ist diese enorme Anzahl von Schuhen allerdings selbstverständlich: „Schuhe sind superwichtig! Sie müssen unbedingt zum gesamten Outfit passen.“ Dann wollen wir lieber gar nicht fragen, wie voll erst ihr Kleiderschrank ist…