Frisch aus dem Fleischwolf

  /  20.08.2013

Andere Kinder freuen sich an der Fleischtheke, wenn sie eine Scheibe Schinkenwurst von der netten Person dahinter herüber gereicht bekommen – bei Kai Niklas mag dies ebenfalls der Fall gewesen sein, der kreative Kopf nimmt aber noch weitaus mehr von der Theke mit…

Provokation ist alles! Wenn diese Aussage auf ein Label zutrifft, dann sicherlich auf die Marke, die den schönen Namen „Frischfleisch“ trägt. Wer jetzt zuerst an junge Frauen oder Männer denkt, liegt falsch, denn der Titel ist wortwörtlich zu nehmen.

Kai Niklas, seines Zeichens der kreative Kopf hinter dem Label, lässt sich tatsächlich von der Fleischtheke inspirieren und will den Jahrhunderte alten, traditionellen Handwerksberuf mit Streetwear-Lifestyle verbinden. Getrieben von der Idee, etwas Neues zu erschaffen, war Frischfleisch zunächst nur das Thema seiner Bachelor-Arbeit, schnell war aber klar: Dabei sollte es nicht bleiben. Ihre Geburtsstunde erlebte die Marke Mitte 2011 in Hannover, mit dem Umzug Anfang 2012 aus dem Norden in den Süden gehört das Label nun zu einem der vielleicht individuellsten Brands der Münchener Szene.

Die Frischfleisch-Theke wartet ausschließlich mit Shirts und Accessoires in limitierter Auflage für Männer auf und – so viel Authentizität muss sein – nicht in üblichen Größen wie S, M, L oder XL, sondern in 100g, 200g, 300g sowie 400g. Eingetütet in Hackfleischverpackungen, so wie man es eben von der Fleischtheke kennt.

Die „Metzwear“ – für Mädels ist bislang übrigens nichts geplant – hängt bereit und der Fleischwolf freut sich auf eine Fortsetzung. Ob Kai Niklas dabei schon mal Vegetarier im Weg standen? „Kritik gab es hin und wieder, aber direkt angeschrieben wurde ich noch nicht. Es gibt auch solche, die sagen: ‚Lieber tragen anstatt zu essen’“. Und das lassen wir jetzt mal genau so stehen.

Kristina Arens