Fashion Week Berlin, Januar 2014, Kollektionen

  /  21.01.2014

It’s Fashion Week again – und was die Januar-Ausgabe 2014 an Hinguckern bereithielt, welche Styles begeisterten und welche Designs ins Auge stachen gibt’s im ersten unserer insgesamt vier Live Reports. No. 1: Kollektionen!

Zwei Mal im Jahr verwandelt sich Berlin vom über die Stadtgrenzen hinaus gehandelten Place to be in… the FASHION Place to be! Dabei stehen selbstverständlich insbesondere die Neuheiten einzelner Marken im Fokus, doch auch Impressionen finden sich am Rande der Kollektionsmeilen, Designer-Schauen ziehen Aufmerksamkeit auf sich und zu guter Letzt entdeckt man bereits bekannte, dafür aber neu aufgelegte, oder gänzlich unerwartete Trends. Im ersten Teil unseren Live Reports wollen wir euch einen kleinen Überblick über einige der vielen Highlights geben, die uns während der Fashion Week Berlin Januar-Edition begegnet sind – viel Spaß!

John F. Kennedy felt it...

Bread & Butter: Die Opening-Party der Bread & Butter-Januarausgabe 2014 zeigte sich ganz ihrem aktuellen Standort verbunden unter dem Motto „Ich bin ein Berliner“. Und genau das spiegelte sich wie von ihren Eröffnungsveranstaltungen gewohnt nicht nur in der Dekoration wider, obwohl das nachgebildete Brandenburger Tor im Eingangsbereich des Flughafens Tempelhof dabei sicher das auffälligste war. Dazu gab es die typische Berliner Currywurst und Falafel sowie weitere Köstlichkeiten, die für das leibliche Wohl sorgten. Bürgermeister Klaus Wowereit und Bread & Butter-Chef Karl-Heinz Müller begrüßten das Publikum, das unter der Moderation von Joko Winterscheidt, mithilfe musikalischer Unterstützung von Cody ChestnuTT und Giorgio Moroder sowie artistischer Darbietungen, durch den Abend geführt wurde. An diesem Abend, in dieser Atmosphäre empfanden es vielleicht auch die Nicht-Einheimischen dem ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy nach und fühlten sich wie ein Berliner…

Abgefreakt

Panorama: Sie ist auch im Herbst/Winter 2014/15 nicht wegzudenken und wohin man auch sieht, die Lederjacke gehört nach wie vor zum absoluten Must-have der Saison. Prädestiniert für extravagante Designs an diesem guten Stück hat sich Freaky Nation diesmal wieder etwas auffälliges einfallen lassen. Neben den Klassikern, rockigen Nieten-Designs und Materialmix wird das Brand mit dem einen oder anderen Look ziemlich „freaky“. So kommt die Lederjacke als Patchwork-Jacket daher. Verschiedenfarbige und unterschiedlich große Lederpatches wurden zusammen geflickt und teilweise überlappend auf den Korpus der Jacke genäht. Noch nicht freaky genug? Dann könnte für die etwas Ausgeflippteren die knallbunte Fellweste womöglich genau das richtige sein.

Bunt, bunt, bunt...

Premium: … sind alle meine Jacken… Am Stand von Tellini, Tre Sorelle, Things of Genoa und Uptobe fielen Fur-Jacken ins Auge, die nicht in den üblichen Braun-, Grau- oder Schwarztönen in Erscheinung treten, sondern auf Colour-Blocking und Muster vom feinsten setzen. Auch dabei: durchhaus gewagte Kombinationen wie Tiger-Print plus roter Kragen. Eine wunderbare Möglichkeit für alle, die gerne mal auffallen.

All you need is...

Bread & Butter: … Fashion – welch passendes Motto für eine Fashion Week, das wir auf den Shirts am Stand von Mavi entdeckten. Ob der Print nun ernst oder ironisch zu interpretieren ist, liegt dabei wohl im Auge des Betrachters… Neben den Fashion-Tees konnten wir außerdem ein Comeback ausmachen: Jeansjacken und -westen mit Patches. Willkommen in den 90ies!

Zip dich hip!

Bread & Butter: Auch in der Schuhwelt tut sich für Herbst/Winter 2014/15 so einiges – ganz gleich, ob dabei neue Farbpalette, Prints und Muster oder aber dekorative Details eine Rolle spielen. Für Converse sollte nicht nur eines davon im Vordergrund stehen und so hat sich die Marke gleich an alles herangewagt. Die Colour-Range geht im kommenden Herbst/Winter ein wenig in die gedeckten und gewaschenen Töne hinein, setzt sich dafür aber mit auffälligen Metallic-Reptilien-Finishings oder gleich mehrfach verwendeten Zipper-Details gekonnt in Szene. Im Bereich Prints gibt’s dieses Mal gleichermaßen was für Schuh- und Taschenliebhaber, denn die Muster der bewährten Chucks finden sich auch bei den Bags und Rucksäcken des Brands wider. Können insbesondere auch Nicht-Hipster tragen…

Navajo-inspiriert

Bread & Butter: Wer schon einmal die Handwerkskunst der indianischen Eingeborenen Amerikas in Augenschein genommen hat, der mag diesen Ansatz bei einigen Styles der Marke Maze wieder finden. Die ist insbesondere für Lederjacken bekannt und mixt diese in der Herbst/Winter-Kollektion 2014/15 mit Folklore-Optiken. Bunte Garne werden mit kleinen Spiegeln verwebt, zackige Muster treten in Verbindung mit Blumenstichings. Doch auch Nieten-Details dürfen auf den Lederparts der Stücke nicht fehlen. Farblich geht es bei den Mänteln im Materialmix und mit Fellkragen in die Rot/Koralle/Braun-Richtung – damit sticht man in der eher dunklen Jahreszeit in jedem Fall hervor. Wer sich zwischen den Styles nicht entschieden kann, der dürfte nicht verwundert sein, denn Maze bedeutet eigentlich „Labyrinth“, aber auch in jedem noch so undurchdringbaren Irrgarten wartet für jeden am Ende ein Ausgang…und hier ist das eben die individuell passende Jacke!

Realitätsnah

The Gallery Berlin: Im neuen ‚Not Couture. Hot Couture’-Segment der The Gallery Berlin zeigten junge Brands unter anderem ihre Fashion-Kreationen für Herbst/Winter 2014/15. Am Stand von Numer musste man den Blick gleich mehrere Male auf die Designs richten, so echt und realitätsnah wirkten sie. Die Fotodrucke machen es möglich und so kann man wählen, ob einem eher nach trübem Regentag oder nach Sonnenaufgang zumute ist…

Ganz schön viel Druck

Ethical Fashion Show: Sag + Sal, das sind Taschen aus Gummitüchern, die nach ihrem Einsatz in Offset-Druckmaschinen direkt in die Berliner Manufaktur der Marke geliefert, dort vor der Weiterverarbeitung gereinigt und schließlich als neues Produkt zum Leben erweckt werden. Dabei sind die Bags allesamt Unikate, kann man doch zum Teil noch erkennen, was damit gedruckt wurde. Wanted: die kleine Clutch.

Aufgesetzt

Premium: Heel Bopps nennt sich das Label, das mit jedem Absatzschuh buchstäblich einen ganz eigenen Abdruck hinterlassen will. Frei nach dem Mantra: „Customize your own Red Carpet Style“ soll jede Frau mit den Strassbesetzten, Fell- oder Lederüberzogenen Absatzaufsetzern ihren Heel in einen Hingucker verwandeln können. Weiteres Feature: Mit dem Sternstempel unter dem kleinen Accessoire kann sie sogar jeden Roten Teppich zu ihrem ganz eigenen Walk of Fame machen.

Hiding? Impossible!

Premium: Inspiriert von der Idee, Farbe in die Welt der Mode zu bringen, Neon zum neuen Grau zu machen, zeigt Headhunter Pullis, Shirts und Mützen, die alles andere als unauffällig sind. Zwar finden sich diverse Teile in zurückhaltenden Tönen in der Range, Sterne und Raubkatzen, die sich komplett als Paillettenapplikation zeigen, sorgen dann aber für das richtige Maß an Auffälligkeit. Headhunter will find you, always!

Para mi: Paramita!

Bread & Butter: An die Hochphase der eigens perfektionierten Strickkunst in den 80er Jahren, bei der unterschiedliche Garne Patchwork mäßig zusammen gewebt wurden, um einen möglichst ausgefallenen Pullover zu erstellen, erinnern die Looks von Paramita: Ob neonfarbene Zwirne oder Strickmuster, die 80ies sind im Knitwear-Segment allgegenwärtig. Doch steckt selbstverständlich auch mindestens ein Stück 2014/15 in der Range der Marke und das zeigt sich insbesondere in der transparenten, mit Pailletten und Perlen bestickten Jacken. Kombiniert zu schlichter Kleidung? Ein Hingucker!

Knöchelschmuck

Panorama: Als Fußschmuck bezeichnet man oft und gern diverse Schuhmodelle – ob zu Recht oder zu Unrecht sei einmal dahin gestellt. Bei den Stulpen der Marke Nu lässt sich jedoch nicht abstreiten, dass es sich um ein Accessoire handelt, das so ziemlich jeden Fuß im wahrsten Sinne mit Federn schmückt. Tragbar? Möglicherweise. Alltagstauglich? Eher nicht. Auffällig? Ziemlich sicher.

Lieblingsstükke gefällig?

The Gallery Berlin: Am Stand des deutschen Labels Lieblingsstükke stechen besonders die filigran gearbeiteten Stulpen mit Feder- und Samtbesatz sowie die handgefertigten Schmuckstücke aus Stein besetzten Garnen ins Auge. Diese sind nach deutschen Traditionshandwerkskünsten gefertigt, die heute nur noch selten zum Einsatz kommen. Die Designerin Martina Wodke legt besonderen Wert auf Materialien und Verarbeitung, so lässt sie die Stü(k)ke zum Teil in Heimen und Gefängnissen anfertigen und folgt nicht nur der Erhaltung einer selten benutzten Handwerkskunst, sondern setzt zudem ein soziales Statement. Die Mode-Range, aus der das mit Dresdner Spitze gefertigte Kleid besonders hervorsticht, hält sie lieber in gedeckten, eigens zusammengestellten Tönen, erklärt sie. Die folgen nicht jedem schnelllebigen Farbentrend, sondern erfüllen den Anspruch einer zeitlosen Kolorierung. Trends sind gut, zeitlose Trends noch besser…

In a Rush?

Show & Order: Bei den vielen Messen, Shows und Events während der Berlin Fashion Week muss man sich hier und da ein wenig sputen, um alles auch nur annähernd zu schaffen, was man sich vorgenommen hat. Wenn man dabei dann mal an dem einen oder anderen Stand vorbeihetzt ohne genau hinzuschauen, mag dies schade sein, kann aber durchaus passieren. Am Stand von Rush by Denis & Charles in der neuen Accessoires-Area der Show & Order stoppt man dann aber zwangsläufig, sind die Schmuckstücke doch ein echter Hingucker.

No one's Skin

Show & Order: Designerin Ivana Basilotta hat eine Schuhlinie kreiert, die komplett vegan ist. Ihr Motto: It’s not about how good we are, but how great we want to be! Auf der Show & Order zeigte die Kreative ihre Range, die in Kollaboration mit Amber Valletta im Februar 2014 bereits auf Yoox.com gelauncht wird. Ob man nun selbst Veganer, Vegetarier oder Fleischesser ist – an den schönen Schuhen könnten viele Damen Gefallen finden.