Fashion Week Berlin, Januar 2014, die Schauen

  /  21.01.2014

Mehr als 50 Designer zeigten im Rahmen der Mecedes-Benz Fashion Week Berlin 2014 ihre Kollektionen – im Zelt am Brandenburger Tor sowie in diversen Offsite-Locations. Ein kleiner Eindruck vom bunten Treiben auf dem Laufsteg erwartet euch im Live Report No. 3!

Die Atmosphäre bei einer Fashion Show ist immer etwas Besonderes, dieser Moment, kurz bevor das erste Model den Laufsteg betritt. Dann ist meist relativ schnell klar: Gefällt die Kollektion – oder falls nicht – hat sie zumindest etwas Außergewöhnliches an sich, das einen hinschauen lässt? Mit unserem Live Report No. 3 könnt ihr euch selbst ein Bild von den Shows von Michael Michalsky, Guido Maria Kretschmer, Dawid Tomaszewski, Kilian Kerner, Glaw und Patrick Mohr machen. Viel Spaß!

City Love

Eine Fashion Show im Doppelpack und internationale Music Acts: Unter dem Motto „City Love“ zelebrierte Michael Michalsky am Freitagabend im Tempodrom die Vorstellung seiner Damen- und Herrenkollektion mit einer Mischung aus Musik, Kultur, Kunst und natürlich Fashion. Den Auftakt machte das schwedische Sextett The Majority Says, anschließend präsentierten 15 Models die Herrenkollektion Atelier Michalsky, die schmale Anzüge mit verkürzten Hosenbeinen, Blousons, enge Pullis und schicke Jogginghosen umfasste, bevor Pop-Ikone Lisa Stansfield ein paar Songs zum Besten gab. Die Damenkollektion, unter anderem von Esther Heesch, Eva Padberg und Shermine Shahrivar, die nach der Geburt ihrer Tochter im August letzten Jahres erstmals wieder modelte, vorgestellt, zeigte luxuriöse Styles mit Sportswear-Touch. „City Love“ ist übrigens Michalskys Hommage an die Städte dieser Welt, so der Designer.

Unter russischem Namen

MBFWB: Guido Maria Kretschmer entführte das Publikum, das am 16. Januar 2014 im Zelt der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin seiner Fashion Show beiwohnte, in eine Welt floraler Motive und teilweise unkonventioneller Designs. Unter dem Namen „Altai“, den ebenfalls eine Provinz im asiatischen Teil Russlands trägt, zeigten die Models lange, rückenfreie Abendkleider sowie mit Fellkragen besetzte Blazer als auch mit Perlen bestickte Pullover. Farblich dominierten Rot-, Bordeaux- und Lilatöne die Kollektion, die sich auch in den passenden Designs der Schuh- und Taschenrange widerspiegeln, welche in Kooperation mit Högl entstanden sind. Eines der Highlights war das rote, bodenlange Abendkleid, das sich im Allover-Rosenprint zeigte und im Scheinwerferlicht fast wächsern schimmerte.

Auf dem Laubsteg

MBFWB: Dawid Tomaszewski schickte seine Models am Mittwochabend im wahrsten Sinne des Wortes über den Laubsteg. Mit der Kollektion „Heavenly Bodies“ kombinierte der Kreative Purismus mit Weiblichkeit und Extravaganz; Braun, Grau und Schwarz, fließende Stoffe und dezente Transparenz standen bei der Show im Fokus – und die Range gibt’s bereits jetzt dank einer Kooperation mit Luxodo.com zu kaufen, exklusiv und für zwei Wochen.

Gekonnte Kontraste

MBFWB: Am Dienstagabend zeigte Kilian Kerner – live von der Band Rakede begleitet – seine Kollektion „When you know your little prince“. Kontraste standen dabei im Fokus: Abendkleider und Boots, Pullover mit Animal-Prints auf der Vorder- oder gerne auch mal auf der Rückseite, schillernde Stoffe und die Kombination von eleganten, geraden Schnitten mit oversized Elementen prägten die Präsentation. Bei den Ladys traf androgyn auf bauchfrei oder Cut-out, Kastenpullis auf lässige Hosen und Midiröcke auf Collegejacken. Bei den Herren erregten Anzüge in Signalfarben wie Rot, Rollkragenpullover zu Hosen mit Ledereinsätzen und voluminöse Collegejacken Aufmerksamkeit. Eyecatcher bei vielen Outfits: Ein Halstuch aus Leder. Unter den Gästen fanden sich neben deutschen Promis wie Karoline Herfurth, Eva Padberg, Franziska Knuppe, Max Riemelt und Frederick Lau übrigens auch die internationalen Schauspieler Joely Richardson und Rick Yune.

Urbane Eleganz trifft auf psychedelische Weiblichkeit

MBFWB: Die Herbst-/Winter-Kollektion 2014/15 von Glaw, die das Designer-Duo am 16. Januar 2014 im Rahmen der Fashion Week Berlin präsentierte, erinnert an die charakteristischen Silhouetten der 40er und 50er Jahre – feminine Blusen mit typischen Biker-Details bestimmen das auf die Neuzeit angepasste Gesamtbild der Range. Markenzeichen des Labels ist das Spiel mit Kontrasten und farblichen Abstufungen: Gebatiktes Glattleder trifft auf die raue Oberflächenstruktur von edlem Veloursleder, dunkles Tannengrün mischt sich mit femininem Rot und die Schnittführung von schwarzen zu weißen Flächen findet durch auffällig verarbeitete Stickereien seine Vollendung.

Idealismus ins Blaue

Für viele Brands ist ein rundes Jubiläum ein gern genommener Anlass, das eigene Archiv und die spektakulärsten Momente neu aufleben zu lassen. Für Patrick Mohr war seine zehnte Show jedoch eher Motivation und Antrieb, Neues zu erschaffen. Passend zum Jubiläum zeigte der Designer zehn Jacken in verschiedenen Blautönen, die lediglich von Schwarzschattierungen eingerahmt wurden. Besonderes Augenmerk wurde aber auch auf Model Papis Loveday gelegt, der anlässlich der Show gemeinsam mit Choreografin Nikeata Thompson sein Debüt bei der MBFWB gab. Mit dem Claim „work hard. be mohr.“ setzte der Designer ein klares Statement für oder besser gegen willkürliche Grenzen. So fand sich jedes der ausschließlich dunkelhäutigen Models der Show in einem kleinen Gebäude wieder, die Wörter über den Türen ergaben das eindrückliche Credo der Freiheit. Die Idee dahinter: die als Gefängnis anmutenden Mauern durchbrechen, Barrieren überwinden, Ausbruch aus standardisierten Standards. Eine Fashion Show der anderen Art, geprägt von dem Idealismus, der auch hinter der Mode stehen sollte.