Die richtige Kombination
/ 16.09.2025Für die neue Herbst/Winter-Kampagne 2025/26 hat Blauer Fotograf Bruce Weber getroffen. Die Kampagne stellt die Familie in Mittelpunkt und Weber erklärt, was für ihn beim Casting und Shooting wichtig war, wie er an den Dreh herangegangen ist und welche überraschenden Begegnungen es gab…










Für die Herbst/Winter-Saison 2025/26 macht die Marke Blauer erstmals gemeinsame Sache mit Fotograf Bruce Weber. Aus der Kooperation ist eine authentische Werbekampagne entstanden, die die Familie zum Leitmotiv macht und in ihren vielen Nuancen erforscht: Zusammenhalt, Zuneigung, Verbindungen. „Die Zusammenarbeit mit jemandem wie Bruce Weber war eine ganz besondere Erfahrung. Obwohl er ein Meister der Fotografie ist, war es ihm wichtig, die DNA unserer Marke und unsere Bedürfnisse zu verstehen. Wir freuen uns über das Ergebnis und hoffen, diese Kollaboration in der nächsten Saison fortzusetzen“, betont Federica Fusco, Partnerin, Eigentümerin und Marketing Managerin von FGF Industry.
Bruce Weber beschreibt mit eigenen Worten die Empfindungen, die seinen Blick hinter dem Objektiv lenkten, wie folgt:
„Meine Kameras sind für mich immer wie Personen – einige sind Männer, andere Frauen und manche wollen sich nicht einordnen lassen. […] Beim Casting für eine Kampagne wie dieser ist für mich die Person an sich ebenso wichtig wie ihr Aussehen. Haben sie einen interessanten Charakter? Können sie ihn zum Ausdruck bringen? Werden sie mit den anderen Personen auf dem Set klarkommen? Jemand sieht vielleicht sehr gut aus, aber es ist genauso wichtig, dass mein Casting Director und ich verstehen, woher die Person kommt und wofür sie sich interessiert. Vor Jahren war es normal, jemanden schon lange zu kennen, bevor man zusammenarbeitete. Heute ist das nicht mehr möglich, weil alles viel schneller läuft – in der Regel muss ich es schaffen, die Personen sofort kennenzulernen. Aber im Grunde frage ich mich immer dasselbe: Ist das jemand, den ich wirklich gerne kennenlernen würde? […] Da ich zum ersten Mal für Blauer arbeitete, wollte ich eine größere Besetzung, weil Flexibilität wichtig war – ich musste die richtige Person für die entsprechende Kleidung aussuchen. Ich musste ein Gleichgewicht und die richtige Kombination finden, um eine interessante Geschichte zu erzählen und die besten Bilder zu herauszuholen. Zum Glück war alles, was Blauer schickte, so gut gemacht, dass es perfekt zu jeder Person passte – dafür war ich sehr dankbar. Blauer ist ein Familienunternehmen, deshalb begannen Anne [Christensen, die Stylistin] und ich damit, uns die Besetzung als eine vielseitige Familie vorzustellen, die sich zu einem großen Wiedersehen versammelte.
Da wir diese Kampagne um die Idee der Familie aufgebaut hatten, begannen wir mit etwas Vertrautem, das allen Beteiligten ein Gefühl der Sicherheit vermittelte. Mit einigen dieser Models arbeite ich seit vielen Jahren: Ich fotografierte Tim Easton zum ersten Mal in den 1980er Jahren für Ralph Lauren; Audrey Harrelson wurde vor meiner Kamera erwachsen – in unserer ersten gemeinsamen Geschichte, vor 13 Jahren, war sie noch ein kleines Kind. Der Kameramann der Filme war Theo Stanley, jemand, den ich Mitte der 90er Jahre als Teenager in Montana kennenlernte – er wohnte am Ende der Straße unserer Ranch. Ich brachte meinen Freund Richard Amaro mit, einen talentierten Tänzer und Choreografen, der mit Alvin Ailey und Jerome Robbins, Michael Jackson, Prince und Madonna gearbeitet hat. Er brachte die Kids vor der Kamera zum Tanzen, wodurch auch die Erwachsenen lockerer wurden. Dank dieser langjährigen Freunde entstand ein Gefühl des Vertrauens, das den Umgang mit den anderen Leuten, die ich zum ersten Mal fotografierte, einfacher machte. Es war auch hilfreich, dass allen die Kleidung wirklich gefiel, was wichtiger ist, als man denken könnte – und eher selten vorkommt! Dann sagte ich, wie immer bei Dreharbeiten, ein kleines Gebet und hoffte, alle würden gut miteinander auskommen. Da war ein junger Mann namens Jaden in der Besetzung. Ich hatte seinen Vater Christian [Slater] 1991 für die Zeitschrift Interview Magazine fotografiert. Christian wurde später ein sehr erfolgreicher Schauspieler. Und es gab noch eine andere unglaubliche Verbindung: Als ich Ende der 1960er Jahre erstmals nach New York zog und selbst als Model arbeitete […], wurde ich oft mit Jareds Großmutter, Dayle Haddon, fotografiert. Sie ging dann für einige Zeit nach Paris und wurde das Lieblingsmodel von Guy Bourdin. Nan und ich waren gute Freunde von Dayle. Ihre Tätigkeit für Wohltätigkeitsorganisationen wie Unicef und das Rote Kreuz war toll. Dayle ist letztes Jahr gestorben. Deshalb wurden in mir bei der Arbeit mit ihrem Enkel Jaden viele schöne Erinnerungen wach.
Ich habe mich auch gefreut, hier mit einem Typen namens Nick zusammenzuarbeiten. Er ist ein Klempner von Staten Island. Nick verpasste unseren Casting-Anruf, weil er noch bis spät arbeiten musste, aber er rief mich noch am selben Abend gegen 22 Uhr an, um zu sagen, wie gern er beim Blauer-Shooting dabei sein wollte. Sein Großvater war Model gewesen, also wollte er es auch mal versuchen. Als Nick am Drehort ankam, war ich überrascht, wie gut er sich mit allen verstand […]. Und er sah toll aus in den Klamotten. Es gefiel mir besonders, dass er in seinem normalen Leben nichts mit Mode zu tun hatte […].
Bei diesen Dreharbeiten war meine Schwester Barbara für mich eine große Inspiration. Wir haben in meiner frühen Karriere oft zusammengearbeitet. Sie war es, der ich meine ersten Jobs auf den Konzerttourneen mit David Bowie und Iggy Pop zu verdanken hatte. Barbara war wirklich toll im Casting, sie war so warmherzig und liebevoll. Sie hat zwei Söhne aufgezogen und starb leider viel zu früh. Aber das Beste aus ihrem Leben hat sie an ihre Jungs weitergegeben – beide sind so liebevoll und herzlich im Umgang mit der Familie und Freunden. Ich habe versucht, mit den Bildern genau dieses Gefühl zu vermitteln, denn heutzutage sind solche Wärme und Zärtlichkeit auf Fotos äußerst selten. Das vermisse ich wirklich sehr.“