Die inneren Werte zählen

  /  18.12.2012

Wer die Trends für die Zukunft sucht, der kommt nicht umhin, auch mal einen Ausflug in die Vergangenheit zu machen. „Vintage“ ist ja für viele schon jeder Style, den vor fünf Jahren mal jemand anderes getragen hat – bei der nächsten Strömung unserer Trendreihe geht die Reise aber durch einige Jahrzehnte…

Auf der Suche nach dem einen oder anderen Retro-Kleidungsstück kann so mancher in den Kleiderschränken der Eltern wahre Schätze entdecken, die einem heutzutage durchaus in regelmäßigen Abständen auf Laufstegen, auf der Straße oder bei einer schicken Feier begegnen. Dabei muss es sich nicht einmal um eine Motto-Party handeln. Dabei kann man sich schon mal die Frage stellen: War nicht eigentlich alles irgendwann schon einmal „Trend“, „Kult“, „in“ und anschließend auch wieder „out“?

Für den Herbst/Winter 2013/14 schickt uns die Modewelt auf eine Zeitreise durch die eigene Vergangenheit, deren Styles dann – überraschend oder auch nicht – mit einem kleinen Upgrade wieder auf den Laufstegen der Welt landen. Schlüsselthema ist hierbei ganz eindeutig: „Restored Vintage“, ein positiv nostalgischer Blick auf die Looks der Zeit, auf die eigene Herkunft und die emotionale Verbundenheit mit dem, was uns prägte.

Der Auftrag: Traditionen und kulturelles Erbe wiederbeleben. Der Einfluss: die gesamte Welt. Die Plattform: Mode. Dabei gilt: Je oller, desto doller; je mehr, desto besser; je opulenter, desto prächtiger und je zusammen gewürfelter, desto individueller. Die Mode des kommenden Winters ist ein wenig wie eine Patchwork-Decke, voller Muster- und Schnitteüberlagerungen, aus schweren Materialien wie Samt gepaart mit leichter Seide, collagenartig bedruckt mit Streifen oder Paisley, blumig, extravagant und mit einer großen Portion Folklore. Stickereien und Details zaubern ferne Länder und vergangene Tage herbei, Reichtum existiert nicht in Form von Geld, sondern in Form von Nostalgie.

Farblich präsentiert uns die Mode deshalb warme Töne, knallige Colours wie Gelb und Lila in jeder Nuance, Henna, Terra und Indigo – eine wahre Ode an die Farbe. Für die Frage, wohin wir gehen, müssen wir uns die eine beantworten, woher wir kommen.

Lara Schotten