„Das erinnert mich an…“
/ 18.08.2014Die Mode überrascht uns gern mit Vielfalt, Facettenreichtum und Einzigartigkeit – aber weshalb zieren dann Strömungen vergangener Epochen und Trends unterschiedlichster Ären unser heutiges Fashion-Universum? Fehlt uns ein eigener Stil oder wofür steht die Mode der (20)20ies?

„Solche Outfits habe ich früher auch getragen“ – ein Satz, der diverse Emotionen auslösen kann: Entweder ist die Trägerin begeistert von der Hartnäckigkeit mancher Fashion-Trends; oder sie fühlt sich leicht unter Druck gesetzt, denn so gut wie Mutti in der Original-Version dieses Looks sieht man selbst vielleicht im heutigen Abklatsch nicht aus; oder sie hängt das Outfit ohne Umschweife zurück. Wenn das vor „einer Ewigkeit“ mal in war, dann kann es das heute sicher nicht mehr sein. Weit gefehlt, denn ganz augenscheinlich feiern gleich mehrere Epochen des Mode-Universums in diesem Jahrzehnt ein großes Comeback: Pailletten besetzte Hemdkleidchen wecken Erinnerungen an die Roaring Twenties, Petticoats der 50er Jahre sowie der Hippie-Chic der 60/70ies gehören längst nicht mehr ausschließlich zum bevorzugten Motto-Party-Outfit und auch der unverkennbare Grunge-Look der rebellischen 90er Jahre stößt in der Fashion-Community auf offene Ohren.
Stellt sich die Frage: Welche Trends bestimmen unsere derzeitige Epoche eigentlich und zeichnet sich die Mode von heute durch Besonderheiten aus, die womöglich gleich mehrere Dekaden überdauern? Wo sind unsere Klassiker und welche Ikonen à la Marilyn Monroe, Audrey Hepburn, Grace Kelly und Doris Day prägen die (20)20ies? Gegenfrage: Braucht die Mode von heute überhaupt einen Trend oder Modeikonen, über die sich die andauernde Ära definiert? Vielmehr erscheint es doch so, als ob sich die Kreativen von morgen thematisch an Robert Zemeckis Klassiker „Zurück in die Zukunft“ orientieren: Nehmt das Beste der Vergangenheit, multipliziert es mit der individuellen Formel der Gegenwart und schafft daraus einen bunten Stilmix für die Zukunft! Wenn in 100 Jahren über das heutige Trendbewusstsein geschrieben wird, wer weiß, möglicherweise steht dann in den Geschichtsbüchern geschrieben, wir hätten in der Epoche der Stil-Synthese gelebt. „Finis coronat opus“, wusste schließlich schon Ovid: „Das Ende krönt das Werk.“


