Zwischen Meerwind und Momenten
/ 11.05.2026Wind drückt gegen offene Jacken, irgendwo knarzt Holz unter nackten Füßen und der Horizont scheint plötzlich sehr weit weg. Genau hier beginnt der Sommer…







Für Spring/Summer 2026 arbeitet die Marke Blauer erneut mit dem amerikanischen Fotografen Bruce Weber zusammen, der seit Jahrzehnten für seine warmen, oft fast dokumentarischen Modebilder bekannt ist. Die Kampagne entstand in Montauk an der Spitze von Long Island, einem Ort, den Weber seit den 1960er-Jahren mit Kunst, Freiheit und kreativen Außenseiter*innen verbindet.
Die Bilder erzählen weniger von einem klassischen Shooting als von Begegnungen. Statt eines streng gecasteten Teams versammelt Weber Menschen, die ihm auf Reisen oder durch persönliche Verbindungen begegnet sind. Viele davon stehen sonst gar nicht professionell vor der Kamera. Genau daraus entsteht diese entspannte, fast beiläufige Atmosphäre.
Zu sehen ist unter anderem Danilo Lo Monaco, Solotänzer des Tschechischen Nationalballetts in Prag, dessen Bewegungen laut Weber sofort Dynamik ans Set gebracht haben. Rachel Harty, Dichterin und Model, bringt dagegen eine ruhigere, sensible Stimmung in die Aufnahmen. Bram wiederum wurde über Social Media entdeckt und erinnert Weber an „einen Schauspieler aus einem Bergman-Film, aber in einer Hippie-Version“.
Auch die Kollektion selbst bleibt deutlich präsent. Leichte Jacken, Utility-inspirierte Pieces, entspannte Shirts und funktionale Layering-Looks bewegen sich selbstverständlich durch die Bilder, ohne jemals zu geschniegelt zu wirken. Die Kleidung folgt den Körpern statt umgekehrt und unterstützt genau diese Mischung aus Bewegung, Offenheit und Unkompliziertheit.
Farben und Materialien wirken bewusst sommerlich und getragen. Viel verwaschenes Blau, helle Naturtöne, leichte Stoffe, Windbreaker und Pieces, die aussehen, als wären sie schon Teil eines langen Roadtrips gewesen. Nichts wirkt überstylt, eher wie gelebte Ferien am Meer.
Die schönsten Bilder dieser Kampagne wirken ohnehin nicht geplant. Genau das macht sie stark.
