Dieser Stoff will altern
/ 19.08.2026Falten, Farbwechsel, Patina: OJJ soll nicht makellos bleiben. Ten c macht aus einem japanischen Jersey einen Stoff, der sich mit jedem Tragen verändert…




Bei manchen Kleidungsstücken beginnt nach dem ersten Knick der Kampf gegen das Altern. Glätten, schonen, vorsichtig tragen. Dabei kann es viel spannender sein, wenn Kleidung irgendwann erzählt, wo sie schon überall war.
Ten c hat genau daraus einen Teil seiner Identität gemacht. Im Mittelpunkt steht OJJ, kurz für Original Japanese Jersey. Das Material wird exklusiv für die Marke in Japan hergestellt, anschließend in Italien zugeschnitten, vernäht und als fertiges Kleidungsstück gefärbt. Was zunächst wie ein leichtes Jersey beginnt, wird durch einen speziellen Veredelungsprozess und doppelte Färbung dichter, elastischer und widerstandsfähiger.
Das eigentlich Ungewöhnliche passiert aber später. OJJ reagiert auf seine Umgebung. Bei hoher Luftfeuchtigkeit wird es weicher, bei trockener Luft und Wärme fester. Beim Tragen entstehen Falten, Farbnuancen und Veränderungen der Oberfläche. Ähnlich wie japanischer Raw Denim entwickelt jedes Kleidungsstück mit der Zeit eine eigene Patina und passt sich immer stärker seinen Träger*innen an.
Dass ausgerechnet ein Stoff so viel erzählen darf, passt zur Geschichte hinter Ten c. Der Markenname leitet sich von „The Emperor’s New Clothes“, Hans Christian Andersens „Des Kaisers neue Kleider“, ab. Die Idee dahinter: weniger Aufmerksamkeit für Logos und kurzlebige Trends, mehr für das, was ein Kleidungsstück tatsächlich kann und was mit ihm passiert, wenn es lange bleibt.
Für die F/W 2026/27 Kollektion „The Urban Explorer“ bekommt OJJ weitere Spielarten. Dazu gehören eine besonders leichte 9-oz-Variante mit PrimaLoft-Füllung und OJJ Rubber Ultralight mit getapten Innennähten. Ursprünglich vor allem für Outerwear eingesetzt, taucht das Material inzwischen außerdem bei Details von Sweatshirts, Taschen und Schuhen auf.
Vielleicht ist das Schönste an der Idee aber etwas anderes: Zwei gleiche Jacken sehen nur am Anfang gleich aus. Danach übernimmt das Leben.
