Mann im Mittelpunkt
/ 04.11.2008Dank dem universal einsetzbaren Anzug kann immerhin als gesichert gelten, dass der Mann zwischen neun und 17 Uhr nicht nackt gehen muss. Was aber soll er an Wochenenden und Feierabenden tun?





Uebervart – das klingt nach Abenteuer, und so ist es auch. Uebervart, der erste Frankfurter Concept-Store, der sich ausschließlich und ganzheitlich dem Aussehen des Mannes verschrieben hat, ist ein Laden für Entdecker, Helden und Experimentierfreudige. Der Pioniergeist, der im durchgestylten Laden herrscht, geht vor allem von einem aus: Daniel Steindorf. Der Gründer und Geschäftsführer begibt sich gerne auf ungewöhnliche Wege. Ausgetretene Pfade interessieren den 25-jährigen Jungunternehmer nicht. Schon während seines BWL-Studiums hegte er eine nicht zu leugnende Leidenschaft für Mode und Handel. Und so nahm er bei unzähligen Reisen Anregungen und Ideen und die landeten schließlich in seinem eigenen Shop, der im August dieses Jahres eröffnete.
Auf gerade mal 100 qm bietet Uebervart alles, was zum Thema Mann und Lifestyle passt. Neben Kleidung ausgefallener Marken findet sich hier ein ansprechendes Allerlei aus Büchern, Musik, Kosmetik und Schmuck. Die Mischung macht’s! Und diese ist absolut untypisch für den Einzelhandel. „Concept-Stores brauchen ein Thema: Mein Thema ist der Mann“, so Daniel Steindorf. Sein Thema beziehungsweise sein Kundenstamm reagiert ausgesprochen positiv auf die Geschäftsidee. „Es hat sich gelohnt, den Mann als Kunden in den Vordergrund zu stellen. Er ist zwar immer noch unterrepräsentiert und wir merken, dass er als Kunde noch ein bisschen Orientierungshilfen braucht, aber es tut sich was. Männer werden mutiger, die Norm ist nicht mehr so stark. Und ganz wichtig: Der Mann beginnt, sich zu pflegen.“ Die Männerkosmetiklinie von Kiehl’s und die berühmten Rasierpinsel von Mühle gehören deshalb ebenso zum breiten Angebot wie Vintage-Mode von Lyle & Scott, James Perse oder Original Penguin. Der „Store for Men“ bietet die Komplettausstattung für die Five-to-Nine-Phase, nicht mehr und nicht weniger.
Neue Labels findet der „Uebervarer“ im Grunde überall auf der Welt. Doch nicht jede Marke hat das Zeug zum Uebervart-Klassiker. Damit ein Label in den erlesenen Kreis aufgenommen wird, muss es mehr mitbringen als bloß cooles Image und nachhaltige Produktionsweise. Die Brands müssen eine Geschichte erzählen können. Und Daniel Steindorf erzählt diese Geschichte gerne weiter. Das führt dazu, dass ein Einkauf in seinem Store nicht nur eine simple Konsumhandlung ist, sondern eine Annäherung an ein ganz besonderes Produkt. Der Kunde verlässt die Erlebniswelt also nicht mit dem schalen Gefühl, irgendwie eingekauft zu haben, sondern mit einer Geschichte zum Shirt. Kein Wunder, dass der Laden schon nach den wenigen Monaten seiner bisherigen Existenz über eine breite Stammkundschaft verfügt. Die Kunden sind so bunt wie das Angebot: Studenten, die gezielt nach einem bestimmten Shirt suchen, sind genauso darunter wie der typische Frankfurter Banker, der sich am Wochenende aus seinem Anzug schält und trotzdem gut aussehen will.
Bei dem liebevoll zusammengestellten Komplettangebot möchte die bummelnde Frau fast ein wenig neidisch werden. Warum gibt’s so etwas eigentlich nicht auch für Damen? Stopp! Man muss auch gönnen können. Und irgendwie hat es ja auch etwas, wenn die Rollen sich verkehren und wir uns zur Abwechslung mal auf den bequemen Sessel für Shoppingbegleiter lümmeln und ihm dabei zuschauen dürfen, wenn er einen Gürtel, einen Vintage-Pulli, eine Rasierseife, eine Augenfältchencreme und ein paar Sneaker aussucht.
Uebervart
Kleiner Hirschgraben 14
60311 Frankfurt
Tel.: 069 / 84 84 80 08
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 10.30 bis 18.30 Uhr
Samstag: 11 bis 18 Uhr
