Eine sachliche Romanze
/ 31.10.2006Schwarz-Weiß, Grau, geometrisch, akkurat, androgyn: Mehr bedarf es nicht, um von Dänemark aus die ganze Welt zu erobern.







Jeg forstår ikke? - Ich verstehe gar nichts! Diese blockierende Attitüde hat das dänische Label Won Hundred aus seinem Ideenschatz gestrichen. Denn seit ihrem Gründungsjahr 2004 weiß die junge Marke ganz genau, wie man sich zu einem der international favorisierten Insiderlabels entwickeln kann. Zum Erfolgsrezept gehören zwei motivierte Freigeister namens Nikolaj Nielson und Pernille Schwarz, eine große Portion skandinavischer Purismus und eine ausbalancierte Mischung aus Konfirmanden-Look und rebellischem Rock’n’Roll. Seit dem Beginn ihrer Zusammenarbeit pfeift das dänische Erfolgsduo auf aktuelle Modetrends und setzt stattdessen auf eine klar akzentuierte, androgyne Linie. Konkret auszumachen ist der Won Hundred-Style an der aktuellen Winterkollektion. Ganz im Stile der in den Sixties aktiven Mods und Existenzialisten werden die Outfits für Männer und Frauen in dunklen und gedämpften Tönen gehalten. Tight-fit Jeans sehnen sich nach wohlgeformten, langen Girlie-Beinen, um sie Twiggy-like noch ein Stück länger aussehen zu lassen. Süße Sekretärinnen-Karoblusen sowie schmale Etui- und Schlauchkleider erinnern sehr an die elegante Erscheinung der Holly Golightly aus „Frühstück bei Tiffany“. Eher aus dem Mods-Kultfilm „Quadrophenia“ könnten die kurzen Blousonjäckchen und die schwarzen, langen Rollkragenpullis stammen, die in Kombination mit einer Leggins und schmucken Ankleboots die Trägerin in das Jahr 1965 zurückkatapultieren.
Bei den smarten Outfits für Boys bilden akkurat geschnittene Sakkos und Westen mit dunkel gewaschenen Denims, sportlichen Kapuzenjacken und Parkas eine äußerst aparte und modische Symbiose. Auch hier diente als Inspirationsquelle die Modskultur, in der Männer klassische, maßgeschneiderte Anzüge unter Parkas trugen, die sie vor Schmutz schützten. Eher an einen Neuzeit-Yuppie erinnern klassische Streifenhemden und Herrenhosen, die aus Papis Kleiderschrank stammen könnten. Die Kollektion des Kopenhagener Designerteams ist eine gelungene Liebeserklärung an die gepflegte Sachlichkeit: Die puren Styles, die ohne Accessoires und anderem Schnickschnack auskommen, wirken authentisch und überzeugend. Ihre Deutschlandpremiere feiern die Puristen aus dem Norden schon jetzt im In-Laden Extrafein, Berlin. Ab Januar gibt es die Pure-Pieces in Locations wie Belleville oder F95, beide in Berlin, sowie bei Tate, Hamburg, und in den P&C-Filialen in Berlin und Köln. Trag dir den Termin fein säuberlich in deinen Kalender ein, wenn du der Meinung bist, dass du unbedingt zur schnieken Gesellschaft der Won Hundred-Anhänger gehören musst!
