Erste Hilfe für Karrierefrauen
/ 19.09.2008Wie transportiert eine halbwegs stilsichere Geschäftsfrau oder Studentin ihr Arbeitsmaterial, ohne sich dabei modisch ins Nirwana zu schießen? Bisher am besten gar nicht. Was der Laptoptaschenmarkt hergab, war eine einzige Beleidigung fürs Auge.




Diesen Notstand haben drei Designerinnen nun endlich aus der Welt geschafft. Die Emanzipation ist damit einen großen Schritt weitergekommen. Miriam Paschmann, Anja Heinz und Maria Boutsikaki machen es mit ihrem Label Haikouella möglich, ein Laptop mit Stolz zu transportieren. Seit September vertreiben die drei über einen Online-Shop und ausgewählte Trendgeschäfte Businessbags, Reisegepäck, Trolleys, Kosmetiktaschen und was die Geschäftsreisende noch so alles braucht, um sicher ans Ziel zu kommen. Überzeugend ist dabei nicht nur das Design, sondern auch die Funktionalität der Gepäckstücke, denn diese sehen nicht nur hundertmal besser aus als die übliche schwarze Kunststofflaptoptasche, sie können auch sehr viel mehr.
Das Prachtstück dieser ersten Herbst/Winter-Kollektion ist der „Smooth Operator“, eine mobile Arbeitsstation. Der Computer wird hier nicht nur transportierbar, sondern auch noch einsetzbar. Einfach Reisverschluss auf und losarbeiten! Der Laptop bleibt dabei in der Tasche. Belüftungskissen und Kabelöffnungen machen unkompliziertes Arbeiten möglich, ausziehbare Mousepads für Rechts- oder Linkshänder, Taschen für CDs, Memorysticks, Lippenstifte und Kreditkarten sorgen für einen uneingeschränkten Büroluxus.
Andere Packhilfen heißen „Sugar Mama“ und „Queen Chaos“ und auch sie erleichtern der Businessfrau von heute den Alltag erheblich. Wenn die Geschäftsreise länger dauert, wird die neue Lieblingstasche einfach auf den passenden Trolley geschnallt, denn die einzelnen Gepäckstücke sind untereinander kombinierbar und lassen sich einfach zusammenstecken. Neben strapazierfähigen Materialien wie wasserabweisendes Baumwoll-Canvas, Nylon und Nappaleder in ansprechenden Farben und Mustern hält der Trolley natürlich einige Gimmicks bereit, die ihn meilenweit vom üblichen Hackenporsche entfernen. Erstens erfüllt er passgenau die Maße für das Handgepäck – die arbeitstüchtige Trendsetterin gewinnt also wertvolle Minuten, weil sie nicht auf das Gepäckband warten muss. Zweitens verzichtet sie einfach auf das nervige und zeitraubende Eintüteln ihrer Shampoos am Security Check, weil im Koffer bereits eine durchsichtige Kosmetiktasche steckt. Die Vorteile addieren sich. Und bald schon werden sich die Haikouella-Fans zusammenrotten und die immer noch männlich besetzten Chefetagen stürmen. Grund genug dazu haben sie: Sie arbeiten nicht nur effektiv und zeitsparend, sie sind auch noch perfekt ausgerüstet!
Haikouella ist übrigens der Name eines 350 Mio. Jahre alten Fossils. Der Fund des Zeitzeugen ist deshalb so wichtig, weil in diesem Tier die ersten Anzeichen einer Wirbelsäule gefunden wurden. Der erste Schritt zu einem weiterentwickelten intelligenten Leben auf dem Land war damit gemacht. Mit der Taschenkollektion verschreibt sich die Marke also dem Fortschrittsgedanken. Wer mit Fortschritt im Geschäft Ellenbogenmentalität gleichsetzt, unterschätzt die Designerinnen. Die drei kümmern sich nämlich bei weitem nicht nur um die eigene Entwicklung. Zehn Prozent aller Erlöse fließen in die „Matahari Foundation“ in Jakarta. Wer sich nun also in eines dieser attraktiven „Smooth Operator“-Büros verliebt hat, tut mit dem Kauf nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch noch Erdbebenopfern und Straßenkindern. Und: Wenn die Käuferin die kleine Spende mit bedenkt, tut auch der Preis der hochwertigen Taschen nicht so weh. Zwischen 155 und 339 Euro muss sie anlegen, um alle anderen optisch und funktional auszustechen. Dafür halten die edlen Begleiter auch ein Geschäftsleben lang!
