Viel Haut, wenig Stoff

  /  03.05.2006

Ob es ein heißer Sommer wird, wagt noch kein Meteorologe zu beschwören, eines ist aber gewiss: 2006 steht im Zeichen des Bikinis.

Im Juli dieses Jahres feiert der Bikini seinen 60. Geburtstag, und man muss sagen, er hat sich gut gehalten. Wenige Tage nach dem Aufsehen erregenden Atomtest auf dem Bikini-Atoll, wurde die französische Kreation im Juli 1946 als zweiteiliger Badeanzug herausgebracht. Sowohl der Autoingenieur Louis Reard als auch der Modemacher Jacques Heim waren es, die den „Hauch von Nichts“ (Büstenhalter und knappes Höschen) fast zur selben Zeit vorstellten.

 

Als unmoralische Badekleidung anfangs verboten, hat kaum ein anderes Bekleidungsstück die Menschen derart begeistert, zugleich provoziert und empört. Mit einigen Jahren Anlaufszeit wurde der Bikini Ende der 40er Jahren langsam populär und Spaghettiträger gaben immer mehr weibliche Haut frei. Die Bademode wurde in den folgenden Jahren immer knapper und transparenter. Richtig durchsetzen konnte sich der Bikini jedoch erst, nachdem Ursula Andress 1962 im ersten 007-Film „James Bond jagt Dr. No“ in einem cremefarbenen Baumwoll-Bikini dem Meer entstieg. Zudem kamen in dieser Zeit neue Textilien auf den Mark. Vor allem gab Lycra den Bikinis ab 1960 die perfekte Passform.

 

 

 

Trotz ständig wechselnden Modetrends und harter Konkurrenz wie dem Monokini, besser bekannt als „Oben ohne“, ist der Bikini jedoch nie in der Geschichte der Mode untergegangen. Bunte Badeoutfits räkeln sich nämlich auch diesen Sommer an allen Stränden. Ob in knalligen Farben, warmen Ethnomustern, mit bunten Blumenmotiven oder anlässlich des runden Geburtstags edel in schlichtem Schwarz-Weiß- Muster, der Trend zu dem Zweiteiler bestimmt auch dieses Jahr bei den Frauen die Bademode.

 

 

Nicole-Beatrice Hubert