Das ist die perfekte Welle

  /  31.05.2006

Es ist Ende April irgendwo im Norden Schottlands. Menschenleere Weiden, mittelalterliche Grabsteine und ständig wechselnde Wetterbedingungen zieren das Bild der Hafenstadt Thurso East. Vom 25. April bis zum 2. Mai 2006 fanden dort erstmals das O´Neill Highland Open statt. Ein ungewöhnlicher Ort für einen Surfcontest der Extraklasse.

Thurso liegt in den schottischen Highlands auf dem 59. Breitengrad und ist der nördlichste Punkt, an dem jemals ein professioneller Surf Contest stattgefunden hat. Die wunderschöne Landschaft, die vielen Schlösser und vor allem die weltberühmte Welle, die sich gefährlich und schnell über das untiefe Riff wälzt, machen das O´Neill Highland Open zu einem der außergewöhnlichsten Tourstopps auf der WQS Tour. Mit einem Preisgeld von 100.000 US Dollar, gesponsert von der Surfmarke O´Neill, und 2.000 WQS Points lockte das Event trotz widriger Klimaverhältnisse und Wassertemperaturen von acht bis zehn Grad Celsius Surfer aus der ganzen Welt an. Die meisten von ihnen mussten sich erstmal an die dicken Neoprenanzüge gewöhnen – sie kannten einfach den Trick des Kaltwasser erfahrenen Briten Sam Lamiroy nicht. Der surft nämlich auch bei diesen Temperaturen seine 20 Minuten Heats, eingepackt in einem nur zwei mm dicken Anzug. Mit viel Wissen über die lokalen Bedingungen und seinem Können schaffte er es bis in die dritte Runde. Der mehrfache World Qualifying Tour Champion aus Brasilien, Neco Paderatz, machte dagegen das Beste aus dem eiskalten Wasser und scorte genug Punkte, um sich einen komfortablen Vorsprung aufzubauen. Am Ende reichte es jedoch nur bis in die fünfte Runde. Russell Winter, der ehemals erste Europäer auf der WCT-Tour, schaffte es ins Finale. Mit einem Tube, der ihm zehn Punkte erbrachten kam der Brite am Ende auf 18.33 Punkten und holte somit den Sieg.

 

 

 

 

Nicole-Beatrice Hubert