Gestatten: Mein Name ist Hase

  /  03.01.2008

Wer will einen Hasen adoptieren? Nein, weder Feldhase noch Hauskaninchen. Auch ein Schneehase ist es nicht! Und doch von allen ein bisschen was dabei. Aber: Diese Spezies, von der hier die Rede ist, besticht durch ihre außerordentlichen Fähigkeiten – das kann kein anderer Hase!

Er hört auf den Namen Nabaztag – Armenisch für Hase – und ist, wollte man ihn wie in einem Biologie- oder Artenbuch näher bestimmen, ein Wireless Internet-Hase mit integriertem Mikrofon, der seine Ohren bei eintreffenden Nachrichten geschmeidig kreisen und seinen Körper mit blinkenden Lichtanimationen bei abgespielter Musik leuchten lassen kann, um nur zwei seiner bezaubernden Fähigkeiten zu nennen. Lediglich mit einem Stromkabel ausgestattet, vernetzt sich das clevere Häschen ansonsten also per unsichtbarer Nabelschnur mit dem Rest der Welt. Gerade mal 24 cm groß und 1 kg schwer, zeigt sich Nabaztag facettenreich und als äußerst angenehmer Zeitgenosse, der ein ruhiges Leben führt, dabei das World Wide Web in den Hasenaugen behält, seinen Besitzer mit den gewünschten Diensten versorgt und pflichtbewusst die ihm aufgetragenen Missionen erfüllt. So kann Meister Lampe im Glattpelz beispielsweise sprechen und Emails vorlesen, Facebook-, MSN- sowie GMail-Nachrichten ankündigen, neueste Feeds und Webseiten vertonen, MP3s vorsingen, das Wetter vorhersagen, zur Radiostation mutieren und, und, und. Sogar Gegenstände, die mit einem so genannten Magic Tag versehen sind, kann er erschnüffeln – und prompt darauf reagieren. Ein Beispiel: Wird der eigene Hausschlüssel mit einem solchen Magic Tag ausgestattet, kann Nabaztag, der zwischendurch übrigens auch mal bei Tai Chi entspannt oder eigenständig seine Stimmung kundtut, beim abendlichen Heimkommen seines Herrchens liebliche Begrüßungssätze aufsagen oder ihn daran erinnern, die Hausschuhe anzuziehen. Seine herausragendste Eigenschaft ist jedoch, dass ihn das Internet „ernährt“ und ihm damit in seinem Tun keinerlei Grenzen gesetzt sind. Übrigens: Das alles funktioniert auch bei ausgeschaltetem PC oder Mac!

 

Im Grunde ist der kleine Hase also nichts anderes als ein stilisierter Design-Roboter. Französischer Herkunft, spricht das entzückende Geschöpf mittlerweile auch Deutsch und hat im Netz die germanische Version seines Baus bezogen. Zu haben ist der weiße Racker ab rund 135 Euro zum Beispiel in Berlin im KaDeWe oder in den Galeries Lafayette, bei Pool in München, PoGo in Heilbronn oder Jades in Düsseldorf, aber – selbstverständlich – auch direkt aus dem Internet’schen Zuchtgehege. Übrigens: Ein Extra-Satz Ohren, zum Beispiel mit silbernen Sternen oder kleinen Herzchen, lässt sich für den High tech-Mitbewohner ab sieben Euro aufwärts erstehen. So einzigartig in seinem Dasein, muss man den Nabaztag doch einfach gern haben – oder etwa nicht?

 

 

 

 

Simone Reiner