Jetlagschminke: Faken für Fortgeschrittene
/ 15.07.2008Schlecht geschlafen, zu spät ins Bett gegangen oder Zeitverschiebung? Egal, eigentlich braucht das niemand zu wissen. Auf die blöden Kommentare der Kollegen kann die Frau mit dem ausschweifenden Nachtleben locker verzichten.







Auch wenn ein bisschen tupfen, cremen und abdecken ausreicht, um die Zeichen der Nacht zum Verschwinden zu bringen und die Durstrecke bis zur nächsten Schlafphase zumindest optisch mit Selbstachtung zu überstehen, letztlich hilft nur eines: den Schönheitsschlaf nachholen, sonst setzen sich die Augenschatten fest. Der erste Schritt gegen tiefe Ringe und bleibende Schäden sollte, wenn es irgend geht, schon nachts gemacht werden: abschminken. Es spielt keine Rolle, wann und wie angeschlagen die Königin der Nacht ihr Bad betritt, sich nicht abzuschminken geht gar nicht. Getuschte Wimpern bleiben am Kissen kleben und brechen ab, Umweltgifte arbeiten sich weiter vor und sorgen auf die Dauer für Fältchen und Flecken. Und die Schminkreste, die sich über Nacht ins Auge verirren, sorgen für geschwollene Lider und Augenringe. Also, runter mit der Farbe!
Schritt zwei ist besonders wichtig, wenn die Nacht nicht nur zu kurz, sondern auch noch feuchtfröhlich war. Wenn die Entgiftungsarbeit noch im vollen Gange ist, entstehen nicht nur blaue Ringe unter den Augen, sondern auch noch geschwollene Lider. Die Expertin hat für solche Fälle eine Kühlmaske im Eisfach. Improvisationskünstlerinnen nehmen einfach Gurkenscheiben oder einen Löffel, der nach einem Kurzaufenthalt in der Kühle denselben Effekt hat. Den Löffel kurz auf die geschwollenen Lider drücken – der Kälteschock wirkt unmittelbar abschwellend. Wenn sich im Kühlschrank auch noch ein isotonisches Getränk und eine Augencreme finden, ist schon eine Menge gewonnen. Erst mal trinken, dann die Creme vorsichtig auftupfen.
Bei Schritt drei geht es endlich ans Abdecken. Am besten macht sich jetzt ein Concealer, der etwas heller als der eigene Hautton ist. Beim Abdecken besonders an die Augenwinkel denken! Sind die übelsten Schatten verschwunden, kann geschminkt werden. Dabei auf keinen Fall zu dick auftragen, schließlich soll das Ergebnis unauffällig sein. Eventuell die blasse Haut mit einem leichten Make-up auffrischen, das sich nicht in eventuellen Fältchen absetzt. Wer sich mit Rouge auskennt, deutet vorsichtig mit einem leichten Rosa gesunde Apfelbäckchen an. Amateure lassen bitte lieber die Finger davon. Nichts lenkt kritische Blicke so sicher auf ein Gesicht wie übertriebenes Rouge. Die Augen sollten an Tagen wie diesen nicht zu dunkel und nicht zu knallig geschminkt werden, deshalb die Lider am besten hell grundieren. Das überspielt die Schwellung und sorgt dafür, dass sich Puderlidschatten nicht in die Falten setzt. Jetzt mit dem hellsten Lidschattenton, der sich in der Schminkschublade findet, die Augeninnenseiten oben und unten betupfen. Das öffnet die Augen optisch. Der Lidstrich beschränkt sich dabei am besten auf eine dünne Linie am oberen Wimpernrand. Mit schwarzem Kajal den äußeren Augenwinkel betonen, dann zum weißen Kajal greifen. Wer noch keinen hat, sollte sich dringend einen anschaffen. Nichts überspielt müde Augen wirkungsvoller als ein bisschen Weiß. Die Stiftspitze kurz in der Handfläche aufwärmen und von der Augeninnenseite einen feinen Strich am unteren Wimpernrand ziehen. Ein paar Tupfen Weiß kommen außerdem an den Augeninnenwinkel und unter den höchsten Punkt der Augenbrauen. Beides verwischen und wach in den Spiegel gucken. Statt schwarzer Wimperntusche nach wenig Schlaf lieber mal schwarzblaue Farbe nehmen. Das bringt das Weiß der Augen zum Leuchten. Jetzt noch ein bisschen helles Gloss auf die Lippen und ab ins Büro. Schade nur, dass niemand mehr fragt: „Warst du im Urlaub? Du siehst so nach Jetlag aus.“
