Hybriden auf Meryl
/ 22.04.2004Befremdliches Zirpen im Schlafzimmer: Aus welchem Winkel kommt das bloß?


Wer die Unterwäsche des Berliner Labels Biss tragen will, darf entweder keine Berührungsängste mit alien-artigem Insektengetier oder muss eine Vorliebe für richtig abgefahrene Klamotten mit ganz speziellem Ästhetikanspruch haben. Die Viecher tümmeln sich nämlich nur allzu gerne auf den Bustiers und Slips, die Ane Løkken, Ute Baudendistel und Jutta Eberhard für ihre tierfreundliche Kundschaft entworfen haben. Die Drei möchten mit ihren Kreationen nicht nur Kunst und Design zusammenführen, vielmehr wollen sie mit ihren ungewöhnlich Produkten, der zugehörigen Verpackung und entsprechendem Promotion-Material etwas völlig Neues schaffen.
Im Sommer ist es Insekten-Unterwäsche, auf der sich grazile Mehrbeiner, Zwischenwesen oder Textfragmente mit Paarungstipps breit machen. Die Strümpfe, Armstulpen, Pantys oder Tops erst einmal am eigenen Leib, sollen experimentierfreudige Kundinnen sogleich eine Metamorphose erleben. Ruckzuck wird die Frau zur Gottesanbeterin. Oder andersrum? Das soll einfacher funktionieren, als man denkt: Schon die Verpackung, ein netzartiges Säckchen, mutet entsprechend an. Zudem hat die Hülle noch einen tiefergehenden Zusatznutzen, als bloßes Drumherum zu sein. In ihr überstehen die exotischen Teile problemlos jede Maschinenwäsche.
Trotz der eher untypischen Motive sind die insektenträchtigen Dessous hübsch anzuschauen und fühlen sich Dank der elastisch-zarten Merylfasern wie eine zweite Haut an, oder, mit den Worten der Designerinnen, wie ein eigener, hybrider Kokon. Die einzelnen Modelle sind jeweils in sieben Farben erhältlich, wobei der Aufdruck aus zwei verschiedenen Tönen ausgewählt werden kann. Ladies, eines ist euch beim Tragen dieser verspielten Wäsche sicher: Wenn ihr euch das nächste Mal im Schlafzimmer entblättert, werden eure Männer sicherlich nicht schlecht aus der selben schauen...
