Wenn Elfen reisen...

  /  05.04.2006

Zitronenfalter, Trauermantel, Schwalbenschwanz. – So viel wir über Schmetterlinge wissen, so wenig ist uns bislang doch über Elfen bekannt. Eines darf aber verraten werden: Die beiden gesellen sich gerne zueinander, insbesondere auf Taschen, Shirts und Hosen...

Alles andere als elfengleich fing 2004 die Geschichte des Münchener Brands a-mo.co.uk mit Totenköpfen an – ganz einfach, weil Inhaberin Patricia Heiland schon immer besonders viel für die Piratensymbole übrig hatte. Nur sahen die Totenköpfe, die sie bis dato im Handel fand, für ihren Geschmack einfach zu gruselig und fratzenhaft aus. Und so griff die heute 35-Jährige alsbald selbst zu Nadel und Faden, um die nach eigenen Maßstäben designten Schädel auf Textil zu bringen – war es doch nicht das erste Mal, dass sie persönlichen Entwürfe Leben einhauchte. Das Ausführen dieser Klamotten und Taschen wurde schnell zum Selbstläufer, denn nicht nur Freunde und Bekannte zeigten sich begeistert und wollten „das auch haben“, sondern auch Fremde auf der Straße fragten nach, wo es die Hingucker denn zu kaufen gäbe. Grund genug, um das Label zu gründen!

 

Als Pendant zu den „rebellischen“ Aufdrucken kamen für die nicht ganz so wilden Fashionistas, aber auch für Kids, rasch die filigranen Elfen mit ins Spiel, um als zierliche Begleiter auf Oberteilen, Hosen und Accessoires zu verzaubern. Im Übrigen waren es auch jene leicht zu schockenden Totenkopfverschmäher, vom Naturell eher sanftere Gemüter, für die man den Labelnamen abkürzte. Denn a-mo.co.uk heißt ursprünglich nichts anderes als Auftragsmord – zu irritierend für all diejenigen, die die Entstehungsgeschichte des Brands nicht kannten. Das „co.uk“ ist dabei ein verschmitztes Augenzwinkern Richtung England respektive London, von Patricia Heiland schon immer geliebt. Und warum sie die Kids-Linie auftragspirat.co.uk genannt hat, kann die selbst dreifache Mutter schnell erklären: „Noch so klein, und doch erkämpfen sich Kinder strategisch fast alles, was sie haben wollen – ob Sammelkarten (egal, wie absurd teuer), ein Eis (egal, bei welcher Witterung) oder einen Besuch im Fast Food-Restaurant (egal, wie unpassend). Kids haben Ziele wie wir, vielleicht ein wenig kleiner, aber nicht minder wichtig. Ob elfengleich oder wachsam wie der Luchs, eines steckt in jedem von ihnen, ein kleiner kämpferischer Pirat – ein Pirat mit seinem Auftrag. Hier nun, für eben diese, unsere wertgeschätzten Auftragspiraten, unterstützend für jeden Auftrag das richtige Outfit!“ Und natürlich gibt’s auch für die Kleinen eine gefährliche Auswahl an Totenkopf geschmückten Produkten.

 

Wer jetzt Blut geleckt hat und in Zukunft entweder gefährlich oder aber in Begleitung von Auftragselfen und Schmetterlingen unterwegs sein möchte, kann sich entweder im labeleigenen Internetshop oder bei Daily Obsessions mit den hangemachten Unikaten online eindecken. Selbstverständlich sind die Teile auch in der realen Welt zu haben, unter anderem im Stilhaus Bunke in Beckum, bei Tomi Tinka in Cuxhaven oder in der Ulmer Vidu Werkstatt. Um ein ungewünschtes Einerlei zu umgehen, ändert sich die Kollektion ständig, ist teilweise sogar limitiert, dabei aber noch bezahlbar. So kostet das „Beweisstück B“, eine Kapuzenjacke, rund 80 Euro, der niedliche „Elfenkoffer“ 45 Euro und T-Shirts gibt’s ab 40 Euro. Und das Schönste zum Schluss: Weil die Objekte der Begierde mittlerweile so beliebt sind, dass sie über die deutschen Landesgrenzen hinaus geordert werden, geht im Mai der erste a-mo.co.uk-Store an den Start: In der Baaderstraße 25 im Münchener Gärtnerplatzviertel werden sich neben Totenköpfen, Schmetterlingen und Elfen bald auch neue Figuren und Symbole auf allem, was Tragbar ist, einquartieren!

 

 

 

 

Simone Reiner