Fashion-Fanatics

  /  22.03.2006

„Mode wird überhaupt nicht richtig ernst genommen!“ beschweren sich viele Insider der Fashion-Branche, wenn sie auf die Frage „Und was machst du so?“ mal wieder belächelt werden. Doch wie wichtig für manche Menschen die Frage nach der richtigen Kleiderwahl ist – und welche Auswirkungen das haben kann - zeigen die folgenden Beispiele.

Was tut man nicht alles, um die angesagtesten Markenjeans sein Eigen nennen zu dürfen? Lästige Nebenjobs annehmen, Oma anbetteln oder in der zweiten Hälfte des Monats ausschließlich Nudeln mit Ketchup essen, gehören zu den legalen Möglichkeiten, sich teure Denim-Teile leisten zu können. Die Sehnsucht nach der Wunschhose war bei einem drogen- und jeansabhängigen 36-Jährigen aus Backnang bei Stuttgart so groß, dass er keine andere Aussicht sah, als sie zu entwenden. Und da er noch am Vortag ebenfalls wegen Diebstahl zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, verpasste ihm der Richter für den Denim-Klau prompt drei Monate Gefängnis. Genug Zeit also, um seinen Style noch einmal zu überdenken – und sich beim nächsten Objekt der Begierde vielleicht doch für die rechtmäßige Variante zu entscheiden.

 

 

 

Spießigen Eltern wird eine Aktion der kuriosen Art an französischen Schulen wohl gar nicht gefallen haben. Mit dem so genannten „Tag des Rocks“ ist nämlich nicht etwa ein nettes Gitarrenkonzert gemeint. Nein, hier ist von einem Projekttag die Rede, der für mehr Toleranz für eine besonders stark unterdrückte Minderheit sorgen soll: röcketragende Mädchen. Viele der jungen Frauen würden aus Angst vor dummen Sprüchen und Beleidigungen in der Schule darauf verzichten, Röcke anzuziehen. Ideengeber der Aktion ist – wie könnte es anders sein – ein Mann, der natürlich nur auf das emanzipatorische Wohl seiner Sprösslinge bedacht ist. Thomas Guiheneuc von der Vereinigung Liberté Couleur sagt mit diesem Projekt chauvinistischen Herabwürdigungen in puncto weiblicher Beinfreiheit den Kampf an. Zwei Schulen in der Bretagne haben den „Tag des Rocks“ schon umgesetzt und nach eigenen Angaben Erfolge verzeichnet. So kamen nach Zählungen ein Drittel bis die Hälfte der Mädels mit Röcken zur Schule – und sogar einige Jungen!

 

 

 

Beim Gedanken an die Insel Usedom kommen dir lediglich Strandspaziergänge und Radausflüge in den Sinn? Falsch gedacht! Am 21. und 22. April wird die Ostseeinsel zur Anlaufstelle für Modebegeisterte und diesmal sogar Gastgeber für den Hofdesigner des schwedischen Königshauses Lars Wallin, der regelmäßig die First Lady Sylvia einkleidet. Das zwei Mal jährlich stattfindende Event namens „Heringsdorf goes fashion“ steht in diesem Frühjahr ganz im Zeichen Schwedens und präsentiert neben Wallin sechs weitere Labels. In den „drei Kaiserbädern“ ist von lässiger Streetwear bis hin zu edlen Abendroben für jeden Geschmack etwas dabei.

 

 

Jana Vetter