Home, sweet Home

  /  07.03.2007

Woran denkt man, wenn das Wort „Hausfreund“ fällt? Ab jetzt bitte nur noch an eines: Nämlich an einen Designer, der uns ein Heim schafft, das von originellen Sprüchen und kreativen Ideen beherrscht wird.

Seit neuestem ist es keine Schande mehr, sein bescheidenes Heim Besuchern vorzuführen, denn hier herrscht nicht mehr triste Ödnis. Jeder Raum birgt kleine Überraschungen. In der Küche gibt es ab jetzt nur noch dein Leibgericht, im Badezimmer finden sich Kulturerbe und Schaumschläger. Abends ins Bett zu kommen, kannst du gar nicht mehr erwarten, seit deine Kissen dich zum Traumtänzer machen oder deinen Lebenstraum wahr werden lassen. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Der Hausfreund, ein Label aus dem Düsseldorfer Trendviertel Flingern, ist, wie der Name schon sagt, Freund von allem rund ums traute Heim, das deine Welt in originelle Wortspiele und Sinnverdrehungen taucht. Kreativ und individuell soll es sein, denn auf keinen Fall sollen seine Kreationen an Massenprodukte erinnern. Vielmehr bietet alles aus der Hausfreund-Welt großen Gören und Burschen, wie sie auf der Homepage des Brands genannt werden, Raum für ein Stück Persönlichkeit inmitten eines Alltags, in dem vieles eintönig ist und immer gleich aussieht. Läuft dir auf der Straße also jemand über den Weg, der in einer Tasche seinen Einkauf als „Konsumgut“ herumträgt oder sich gar als „Taschendieb“ outet? Das ist unverkennbar der Hausfreund. Unverwechselbar werden die Kollektionen durch den, im wahrsten Sinne des Wortes, immer gleichen Stempel. Denn mit der Schablonentechnik druckt er allem, was ihm in die Quere kommt, in fetten Lettern seine Schlagworte auf. Shirts, Pullis, Taschen, ja sogar Babystrampler, vor nichts macht er Halt.

 

Echte Hausfreund-Freunde sind ihm nicht nur in dem Sinne verfallen, dass sie ihre gesamte Wohnung mit seinen Utensilien ausstaffieren, sondern hüllen sich von Kopf bis Fuß in seine Ideen. Mädels bekennen sich mit einem Schwarm Schmetterlingen auf dem Pulli als „Flatterhaft“. In einem Shirt mit grafischen Kopfhörern, in deren Mitte „Hausmusik“ steht, oder einer Discokugel, in der „Discoinferno“ prangt, geht´s für Jungs zum Feiern ab in den Club. Mit einem Halstuch voller Totenköpfe kann man sich wie in der Kindheit als Pirat fühlen und auf „Beutezug“ gehen. Sogar die ganz Kleinen kommen nicht zu kurz. In einem Strampler mit riesiger Krone als Druckmotiv wird jedes Baby zum „Königskind“.

 

Natürlich aber wäre der Hausfreund kein richtiger Hausfreund, wenn er nicht auch eine Kollektion zum Thema Heim in petto hätte. „Stadtgeflüster“ heißt sie und greift den Heimatgedanken auf. Für die Städte Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Düsseldorf, Stuttgart und Dortmund gibt es die jeweiligen Fernseh-Türme als Druck-Motiv. Denn was ist Zuhause, wenn nicht der Fernsehturm, den man bei der Rückkehr in seine Stadt zuallererst erblickt? Das Konzept kommt so gut an, dass es die Teile auch in den Handel der großen Städte geschafft haben, wo sich der Designer vor über zwei Jahren inspirieren ließ, bevor er mit seinem Laden an den Start ging. Seitdem ist die Hausfreund-Welt gewachsen und gewachsen. Und falls es jemand schaffen sollte, sein gesamtes Heim in solch eine hausfreundliche Zone zu verwandeln, dass es gar nichts Neues mehr gibt, keine Panik! Im April kommt die Frühjahr/Somnmer-Kollektion, bei der für jeden, den die Sucht gepackt hat, unter Garantie wieder innovative Ideen dabei sind, die längst verstaubten Worten einen neuen Sinn geben.

 

 

Kerstin Buddendiek