Was Zitronenfische mit der Bundeswehr zu tun haben
/ 14.01.2010Für Kampfeinsätze, tagelange Märsche und durchs Unterholz Robben gemacht, werden Bundeswehrtaschen nicht wirklich den Anforderungen unseres Alltags gerecht. Wie gut, dass das Label Lemonfish uns mit Bags in authentischem Army-Look für das Großstadtgefecht rüstet.




Wer zu meiner Schulzeit etwas auf sich hielt, hatte sie: eine originale Bundeswehrtasche. Egal, ob Rucksack oder Umhängetasche - Hauptsache gebraucht, was oft noch an den einst aufgemalten Initialen zu erkennen war, von demjenigen, der das Ding während seiner Wehrzeit benutzt hat. Ein unverkennbarer Look mit ausgewaschenem, robustem, olivgrünem Stoff und mit Metallbeschlägen und -schnallen versehen. Um sich ein derartiges Prunkstück zu beschaffen, ist man in den BW-Shop gefahren und hat sich das gebrauchte, alte Zeug aus überfüllten, muffig riechenden Lagern zusammengesucht, wo auch ABC-Masken rumbaumelten und tonnenweise gebrauchte Unterhemden, Hosen, Jacken und alles Weitere an Bundeswehr-Ausrüstung gelagert wurden.
Seit 1990 aber trägt die Bundeswehr Flecktarn. Auch die Metallbeschläge wurden aus Gewichtsgründen durch Plastikschließen ersetzt. Und was heißt das? Na, irgendwann war das gebrauchte, alte Bundeswehrzeug mit der Farbnummer RAL 6014 in Olivgrün ausverkauft und ist seither nicht mehr so leicht zu beschaffen. In Army-Shops findet sich heute fast nur noch Flecktarn. Darunter mischen sich mittlerweile zahlreiche Bags, die den Original BW-Taschen nachempfunden und frisch aus dem Werk in allerlei bunten Farben erhältlich sind. Neuware aus einwandfrei gefärbter Baumwolle. Mal ehrlich: uncool!
Wie gut, dass es Menschen gibt, die dieses Problem erkannt haben und unseren Alltag wieder mit Taschen in authentischem Military-Look versüßen wollen. Denn unter uns gesagt, die Bundeswehr-Taschen waren trotz unumstrittenem Coolnessfaktor auch nicht wirklich für unseren urbanen Alltag gemacht. Und genau diese Lücke will das Label Lemonfish schließen. Aus alten BW-Seesäcken entstehen Umhängetaschen und Beutel in allerlei Größen und Varianten, die, teilweise mit Futter und Fächern versehen, ein praktisches Innenleben enthalten. Ob Handytasche, Schlüsselring oder verschiedene Unterteilungen, die Lemonfish-Kameraden haben alles, was ein Großstadtkrieger heutzutage braucht. Von außen bleibt der authentische BW-Charakter erhalten, lediglich mit Retro-Bordüren und Applikationen gepimpt. Genäht werden die von den Designerinnen Bettina Weitershagen und Alexandra Dittrich entworfenen Stücke von Insassen des Schwäbisch-Gmünder Frauengefängnisses, mit dem die beiden Kreativen kooperieren. Zu kaufen sind die Unikate unter anderem über Lemonfish.de, Excessories.de sowie Schoenundgut-Shop.de. Zwar sind die Taschen mit Preisen von 35 bis 160 Euro nicht ganz billig, dafür aber einzigartig. Denn wer kann schon sagen, dass seine Tasche hinter „schwedischen Gardinen“ genäht wurde.
