Auf den Fisch gekommen
/ 08.09.2009Die Japaner mögen ihn roh, wir Deutschen hingegen meist gebraten, geräuchert oder gegrillt. So lässt er sich als Allrounder auf vielfältigste Weise zubereiten und passt perfekt zu Pasta, Kartoffeln & Co. Und genauso abwechslungsreich wie er auf den Tisch kommt, bekleidet er jetzt auch unseren Körper.


Es war einmal im tiefsten Osten Sibiriens ein Volk, das am Unterlauf des Flusses Amur, dem so genannten „Drachenfluss“, lebte. Dieses Völkchen der Nanai war für die Kunst des Fischhautgerbens bekannt. Aus dem besonderen Material stellten sie Dinge ihres alltäglichen Bedarfs wie Kleidung, Boote, Zelte, Taschen und Schmuck her. Weit über die Landesgrenzen hinaus, hörte eines Tages ein deutsches Unternehmen von den Bewohnern - und wurde so neugierig, dass es sich sofort auf die Reise machte. Dort angekommen, wurden sie freundlich in Empfang genommen. Tag ein, Tag aus beobachteten sie die Nanai beim traditionellen Gerben der Fischhäute.
Zurück in Bischofsmais, tüftelte das Unternehmen nächtelang an einem industriellen Verfahren, das Lachsleder auf höchstem Niveau und auf ökologischer Basis herzustellen vermochte. Nach langer Forschungsarbeit war endlich die perfekte Verarbeitungsmethode gefunden: Diese will durch die schonende Färbung und 100% chromfreie Gerbung die Pigmentierung und die natürliche Struktur der Haut erhalten. Und welchen Namen trägt nun dieses besondere Leder? Natürlich „Nanai“, benannt nach den gleichnamigen ostsibirischen Bewohnern. Das Nanaileder ist leicht, robust und reißfest und überzeugt daher mit hohem Tragekomfort und geringem Abrieb. Kein Wunder also, dass es vielseitige Verwendung findet und zum Beispiel zu Handtaschen, Schmuck und Schuhen, aber auch zu exquisiten Möbelstücken und sogar Dekortapeten verarbeitet werden kann. Übrigens: Das umfangreich geprüft und getestete und aufgrund der vegetabilen Verarbeitung als besonders hautschonend eingestufte Leder gibt's lackiert oder unbehandelt in den Variationen Natur, Mimosa, Kastanie sowie in vielen weiteren Farbmöglichkeiten.
Das Resümee von der Geschicht’: Ob Lachs schmeckt oder nicht, darüber kann man sich streiten. Schmücken tut er uns allemal!
