Feierabend-Tauchen in fünf Schritten
/ 19.12.2007Damit aus einem normalen Badezimmer ein Ort mit magischen Wandlungskräften wird, sind meist nur ein paar Handgriffe und das ein oder andere wohlriechende Entspannungsprodukt nötig...





1. Die Vorbereitung: Wenn wir abends das Bad betreten, sollte zuerst das Licht gedimmt werden. Bei der üblichen OP-Beleuchtung können morgens vielleicht die Augenbrauen gezupft werden, Entspannung aber ist was anderes. Also schnell ein paar Kerzen gesucht, um eine Candle-Light-Wanne zu zaubern. Besonders gut machen sich Duftkerzen. Sollte der Badezusatz olfaktorisch nämlich eine Enttäuschung sein, verströmt eben die Lichtquelle wohltuende Entspannungsaromen. Außerdem tauchen sie das Bad in ein geheimnisvolles Halbdunkel. Lesen in der Wanne wird so zwar unmöglich, aber die Augen haben ja schließlich auch mal eine Pause verdient. Stimmt die Beleuchtung, dann muss nur noch etwas zu trinken auf den Wannenrand und die passende Musik in den Hintergrund. Aber nicht vergessen: Weil es in gekachelten Bädern immer so schön hallt, die Musik lieber gleich ein bisschen leiser stellen!
2. Wasser marsch: Die Temperatur entscheidet darüber, ob wir nach dem Bad erfrischt, entspannt oder total kaputt sind. Wer sich kurz abkühlen und erfrischen will, badet kühl bis lauwarm mit Zitrusprodukten bei 12 bis 24°C oder 30°C. Wenn es draußen kalt und eklig ist, interessieren sich die meisten Bade-Affinen natürlich eher für Entspannung in dem wärmenden Nass. Ideal für ein Abschalt-Beauty-Bad ist eine Wassertemperatur von 38°C. Das relaxt die Muskeln, öffnet die Poren und regt die Mikrozirkulation der Haut an. Die Atmung wird tiefer und der Herzschlag ruhig. Ein Erkältungsbad darf ruhig noch wärmer sein. Das heizt den Viren ein und macht gebührend bettschwer.
3. Schaum, Öl, Milch: Der Badezusatz ist in der Wanne fast so wichtig wie das Wasser. Wer sich zwischen hunderten von wohlriechenden Produkten und Konsistenzen nicht entscheiden kann, sollte sich einfach nach dem Hauptbedürfnis seiner Haut richten. Ist sie zum Beispiel trocken, sind Ölbäder eine Wohltat. Sie hinterlassen auf dem Körper einen leichten Fettfilm, der die Feuchtigkeit länger speichert. Wellness-Göttinnen, die sich immer schon einmal fühlen wollten wie Kleopatra, steigen in ein Milchbad. Die Proteine wirken rückfettend, glättend und beruhigend. Und das Schönste: Die Zutaten für ein Milchbad sind immer im Haus. Einfach etwas frische Milch und einen großen Löffel Honig ins Wasser geben und untertauchen. Wer es lieber prickelnd mag, hält sich an Badesalze oder -tabletten. Wenn sich die Salzkristalle auflösen und Kohlensäure freisetzen, kribbelt das ordentlich. Unter den Rücken gelegt, sorgen die Tabletten in den ersten zehn Minuten für eine kleine Massage. Beim klassischen Schaumbad ist ein wenig Vorsicht geboten. Je nach Qualität können manche Produkte die Haut austrocknen. Ist sie fettig, macht das nichts, für trockene Haut allerdings wird das Bad so zum Stressfaktor. Hochwertige Produkte produzieren meistens keine riesigen Schaumberge. Das macht zwar weniger Spaß, ist aber besser für das Gefühl danach.
4. Peelingzeit: Einfach nur in der Wanne zu liegen und die Augen zu schließen, ist zum Abschalten nach einem Stress-Tag natürlich am besten. Jedoch: Gerne fängt man an, sich nach fünf Minuten zu langweilen. Da kommt ein Ganzkörper-Peeling genau richtig! Das rubbelt abgestorbene Hautschüppchen ab und regt die Durchblutung an. Dafür geeignet sind Badebürste, Luffaschwamm oder aber ein körniges Fertigprodukt. Wer keins davon zur Hand hat, behilft sich wieder mit ein paar Basics aus der Küche. Einfach Zucker und Olivenöl mischen – fertig ist das Peeling mit Streichelzart-Garantie! Die Badezeit kann natürlich für alle möglichen Beauty-Rituale genutzt werden, die gerade soviel Zeit in Anspruch nehmen, dass sie nicht zwischen Abschminken und Zähneputzen in den Alltag passen. Eine Kurpackung für die Haare oder eine Gesichtsmaske verträgt sich zum Beispiel perfekt mit der Wannenzeit. Und wenn wir schon nass und schmierig sind, kann auch gleich der Rasierer zum Einsatz kommen. Wenn die Schöne all das bei einem kleinen Untertauchen am Abend erledigt hat, kommt sie nicht nur völlig entspannt, porentief rein und duftend wie der junge Frühling aus dem Badezimmer, sie weiß auch noch, dass das Beautyprogramm am nächsten Morgen getrost abgekürzt werden kann. Das bedeutet: zwanzig Minuten länger im Schönheitsschlaf.
5. Die Creme danach: Egal wie lange die Badenixe in ihrem Element verharrt: Auch wenn die Fingerkuppen noch nicht total aufgeweicht sind, sollte jetzt erst mal ordentlich gecremt werden. Der Säureschutzmantel der Haut ist schließlich angegriffen und muss dringend gepflegt werden. Wenn noch ein Ölfilm auf der Haut glänzt, reicht es aus, sich schnell in ein warmes Handtuch zu wickeln und ihn weiter einziehen zu lassen. Hautöl und besonders reichhaltige Bodybutter kann ohne Abtrocknen direkt in die nasswarme Haut einmassiert werden. Für Bodylotions gilt: Erst abtrocknen und dann von Kopf bis Fuß dick auftragen! Weil der Kreislauf nach einem ausgedehnten Beauty-Bad noch nicht ganz da ist, nicht direkt durchstarten, sondern die Trägheit ein wenig auskosten. Am besten im Morgenmantel aufs Sofa kuscheln, Kitschfilme angucken und das großartige Gefühl wirken lassen...
