Geburtstagskind im Versuchslabor
/ 29.09.2004Den dringenden Wunsch nach einem waschechten Unikat lassen im Normalfall die erschreckend hohen Preise der Einzelstücke verblassen.



Hartnäckige Mode-Fanatiker geben aber so schnell nicht auf und rücken unschuldigen Kleidungsstücken tatkräftig mit diversen Utensilien zu Leibe. Dass bei derartigen Aktionen nicht immer nur Schönes das Tageslicht erblickt, muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden. Verzweifelte und traumatisierte Möchtegern-Künstler könnten jetzt in dem Schuh-Spezialisten Dunlop einen kompetenten Therapeuten finden. Um der Individualität seiner Fans Respekt zu zollen, fordern die Dunlop’schen Designer nämlich kreatives Geschick. Dieses können von ihrem Talent überzeugte Entwerfer-Lehrlinge virtuell und somit ohne schwerwiegende Folgen am PC beweisen. Als Versuchsobjekt fungiert ein Modell, das nicht nur Mut beweist, sondern in diesem Jahr auch seinen 75. Geburtstag bejubelt. Des Verständnisses halber schwenken wir an dieser Stelle kurz in das Jahr 1929: Mit der Geburt des Green Flash-Modells feierte der bisherige Reifenhersteller Dunlop nämlich seinerzeit den Einstieg in die Fashion-Welt.
Anfangs als Liebling der Sportler verwöhnt, startete der Schuh schon bald einen Triumphzug durch die Herzen von Trendspionen und Fashion-Freaks weltweit. In der Gegenwart entstanden, aber ebenfalls mit Haut und Haaren dem Green Flash verschrieben, ist der Online-Flash-Painter auf der hauseigenen Internetseite. In 250 Schritten kann mit einem speziellen Programm dem farblosen Basismodell per Mausklick ein unverwechselbares Aussehen verpasst werden.
Doch der Clou der ganzen Online-Malerei wird hier ganz dreist erst am Schluss gelüftet. Denn euer Entwurf landet nicht im Mülleimer oder wird in Zukunft vergessen in einer Datei eures Computers schlummern, sondern segelt direkt auf den Schreibtisch der wahren Dunlop-Designer. Diese begutachten die Ergüsse mit fachmännischem Blick - und wer Fortuna auf seiner Seite hat, kann schon bald sein eigenes Green Flash-Model beim Schuhdealer seines Vertrauens bestaunen. Also nichts wie ran an den Painter, vielleicht beschert er einem Nachwuchs-Gestalter ja den Aufstieg auf den Olymp der waschechten Sneaker-Designer.
