Zurück in die Steinzeit
/ 11.10.2007Wer hat schon gerne Dreck im Gesicht? Eine Schlammpackung auf dem Rücken vielleicht, ein Moorbad soll ja auch ganz entspannend sein, aber als Make-up? „Gerade dort“ antworten uns die besonders Sensiblen, die bereits begriffen haben, was der Unterschied zwischen simplem Dreck und echten Bodenschätzen ist.




Steine können nicht schlecht werden. Klingt einfach, ist aber schon ein guter Grund, zu Make-up aus Mineralien zu greifen. Denn: Zum einen kann bei Schminke auf Mineralbasis auf Konservierungsmittel jeglicher Art verzichtet werden. Hier schlägt das Allergikerherz höher, schließlich gehören Konservierungsstoffe zu den häufigsten Allergieauslösern bei empfindlicher Haut. Zum anderen können die Puder aus Steinstaub einfach nicht verderben. Während die Lieblingscreme, Lidschatten oder auch der gerade mal halb aufgebrauchte Lippenstift nach spätestens einem Jahr in den Mülleimer wandern sollten, hält sich Mineralien-Make-up über Generationen, ohne an Qualität oder Verträglichkeit einzubüßen. Damit ist schon ein weiterer Haut-Aggressor ausgeschaltet. Denn nicht selten führt die Treue zu einem Cremetiegel zu Ausschlägen und Pickelchen, weil sich längst Bakterien angesiedelt haben oder das in der Creme enthaltene Fett ranzig geworden ist. Die Haut bekommt also statt Farb- und Konservierungsstoffen, Parfum und beigesetztem Fett nur noch das Beste, was der Boden hergibt: Zink- und Eisenoxid, Silicia, Titandioxid und das alles mikrofein zerstoßen und gereinigt. Herauskommt ein hochwirksamer, stark deckender Schutzwall gegen UV-Strahlen und andere Umwelteinflüsse. Mineralische Make-ups können so als Grundierung, Concealer, Puder und Sonnenschutz verwendet werden.Wer starke Rötungen, Narben oder Pigmentflecken abdecken will, ohne die gereizte, empfindliche Haut zu belasten, kann sich auf die steinige Foundation verlassen.
Neben der starken Deckkraft und der Reinheit schätzen die Liebhaber von Mineralienschminke die Unaufdringlichkeit der Stoffe. Die feinen Puder legen sich nämlich sachte auf die Haut, ohne einzudringen. Sie bieten Deckkraft und Schutz, können aber die Talgdrüsen nicht verstopfen. Die Haut erkennt die Mineralienschicht nicht als bedrohlichen Fremdkörper, gegen den sie sich zur Wehr setzen muss. Sie reagiert weder mit übereifriger Talgproduktion, um der drohenden Trockenheit zu begegnen, noch mit einem Talgstopp, den manche Cremes auslösen. Das Gleichgewicht der Haut bleibt erhalten. Mehr noch: Hautprobleme können sogar ein wenig gemindert werden!
Abdecken ist nicht das Einzige, was Mineralien können. Auch die dekorative Kosmetik gewinnt durch die natürlichen Substanzen an neuen Nuancen. Mikrofein gemahlener Lapislazuli zum Beispiel wird zu blauem Puder-Lidschatten verarbeitet, der auch empfindlichste Augenpartien ins rechte Licht setzt. Kontaktlinsenträger und andere Sensibelchen werden die steinige Alternative zu künstlichen Produkten lieben. Auch im Lipgloss, Kajal oder Lippenstift findet der ein oder andere Halbedelstein Verwendung. Da wird Schmuck schnell überflüssig!
