Stöckelwunder
/ 06.10.2008Den Gefahren des Alltags zu trotzen, kann auf Pfennigabsätzen von mehr als vier Zentimetern Höhe ganz schön schwierig sein. Löcher, Untiefen und Unebenheiten lauern in jeder Stadt – überall. Doch es gibt eine Lösung - und die ist nur einen Klick entfernt!



Die kleinen Gummipfropfen, die das Leben von Absatzträgerinnen leichter machen sollen, sehen ein wenig aus wie Plastikkorken für Weinflaschen. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen und Farben, transparent oder dunkel, aber eins haben sie alle gemeinsam: Sie schützen vor dem Umknicken und Steckenbleiben. Wiesen, Lüftungsgitter und Kopfsteinpflaster verlieren so ihren Schrecken und ermöglichen es der Dame von Welt, sich halbwegs elegant durch den Großstadtdschungel zu bewegen. Denn: Was bringt der schönste Absatzschuh, wenn er zwar Elfenbeine macht, die Trägerin aber bloßstellt, sobald sie sich mehr als zwei Schritte fortbewegen möchte?
Es war eine entwürdigende Situation, die Astrid Epping, die Erfinderin der Stöckelstulpen, auf die rettende Idee brachte. Sie war in Maastricht unterwegs, wo sie eine Zeit lang hinter zwei Studentinnen herlief, die sich zum Ausgehen aufgebretzelt hatten. „Das waren zwei hochattraktive Frauen – bis zu dem Moment, als wir auf das Kopfsteinpflaster kamen. Dieses Rumgeeiere und Stolpern war einfach würdelos.“ Jeder, der schon einmal in Maastricht war, weiß um das gefürchtete Kopfsteinpflaster der Stadt. Was also tun? Etwa in Sneakers ausgehen? Wieder zu Hause angekommen, machte sich Astrid Epping ans Werk und erfand die Stöckelstulpen. Ein Jahr lang hat es gedauert, bis alles funktionierte, bis ein Material gefunden war, das rutschfest und abnutzungsresistent das Schreiten auf regennassem Pflaster ermöglichen sollte.
Jetzt ist das Produkt also auf dem Markt und verkauft sich wie warme Brötchen. Kundinnen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten besuchen den Online-Shop: Businessfrauen und Landadelige gehören ebenso zu den Käuferinnen wie Trendsetterinnen um die 20. Die Erfinderin selbst geht ohne Plastikstulpen eigentlich gar nicht mehr vor die Tür. „Ich finde Absätze toll, aber ich will mich auch bewegen können.“ Die Stulpen bedeuten für sie nicht weniger als ein Stück Freiheit. Hinzukommt, dass die hippen Ringe nicht nur praktisch, sondern auch stylisch sind. Sie werten jeden noch so einfachen Schuh auf und verleihen ihm das gewisse Etwas. Wer für alle Fälle des Lebens gewappnet sein möchte, verwahrt einfach immer ein paar Stulpen in der Handtasche. Wenn das Wetter umschlägt, eine Wiese oder ein Gitter überquert werden müssen oder der eigene Schuh langweilig wirkt, schnell die Plastikpfropfen aufgesteckt und schon sind alle anderen Pfennigabsatzträgerinnen abgehängt. Zu haben sind die praktischen Stulpen für 14,95 Euro.
