Kamilla und die Männershirts

  /  18.10.2005

Wieder allein, der Freund ist weg, was tun? Die einen brechen in Tränen aus, die anderen werden kreativ wie Kamilla. Schnell Nadel und Faden gezückt, verwandelte sie aus den nostalgischen Überresten ihres Ex-Freundes etwas ganz besonderes. Warum sich Liebeskummer manchmal doch lohnt...

Für Liebeskummer ist das Leben viel zu schade, dachte Kamilla Richter eines abends in Frankfurt. Auf zur nächsten Party, Freunde treffen, Männer jagen und die Stadt unsicher machen. Gesagt, getan. Auf der Suche nach dem passenden Outfit, dem Fön und Nagellack stolperte sie über einen Karton voller Sachen ihres Ex-Freundes. Jetzt bloß nicht schwach werden. Schon im Begriff die Klamotten in die nächste Tonne zu werfen, fielen ihr ausgerechnet seine T-Shirts in die Hände.

 

Nach kurzem Überlegen nutze Kamilla die Gunst der Stunde und fing an zu experimentieren. Die T-Shirts waren groß und ließen sich besonders gut am Körper drapieren und knoten. Kamilla schnappte schnell Nadel und Faden und im Nu war ihr erstes T-Shirt bereit für die Party. Dort war es Star des Abends und erntete viele Komplimente. Für die Allerliebsten nähte Kamilla in den nächsten Tagen genau solche Shirts in verschiedenen Variationen, passend zur jeweiligen Person. So wurden die Zockerinnen mit Kartenmotiven, die Feierwütigen mit glamourösen Prints und die „Bad Girls“ mit Revolveraufnähern belohnt.

Da aber ganz Frankfurt stylish sein wollte, kamen schon sehr bald Anfragen von Fremden. Unerwartet entstanden erste Kontakte zu Läden, in denen die Shirts so guten Anklang fanden, dass direkt nachproduziert und geliefert werden müsste. Bei so viel Begeisterung steht auch der Ex-Freund wieder vor der Türe. Ob er bleiben darf, wissen wir nicht, aber seine T-Shirts dürfen es in jedem Fall.

 

 

 

 

Anke Didier