Du kleiner Schlaumeier
/ 17.03.2009Wir tragen ständig eine ganze Menge Geräte mit uns herum. In der einen Tasche den MP3-Player, in der anderen Blackberry und GPS-Handy. So wägen wir uns in Sicherheit. Ein Tag ohne diese Geräte würde einem Aufenthalt im FKK-Campingclub ähneln.






Die Kleidung von heute sollte nicht nur eine Schutz- und Wärmefunktion haben. Es geht auch um diverse andere Aufgaben, die den technischen Bedürfnissen der verwöhnten „zivilisierten Menschheit“ des 21. Jahrhunderts entsprechen sollten. Richten wir hier doch mal den Blick auf den (Freizeit-)Sportler mit seinem immer währenden Wunsch nach perfekter Kleidung und Ausrüstung. Nach Möglichkeit mit allen technischen Raffinessen, also Highend Know-how. Eine GPS-Multimedia-Jacke könnte in trostlosen Sand- oder Schneewüsten für die richtige Orientierung sorgen oder im Notfall sogar via Satellit Hilfe herbeirufen.
Die Urban- und Sportwearmarken wie Shisha, ProGression und O’Neill achten neben dem technischen Abgehobenen auch auf sportliches Design und Tragbarkeit. Denn wer will schon wie ein Roboter mit tausend Kabeln aussehen oder mit seiner Sportjacke um die Wette laufen?
Die Abstufungen 1 bis 4 sollen darauf hinweisen, wieviel Technik-Kenntnisse der Träger für diese Produkte an den Tag legen sollte.
Stufe 1: Kinderleicht
Das Urbanwear-Label Shisha hat mit dem „Ziphood Striped Flash“ ein Produkt im Programm, das wunderbar den einfachen Bedürfnissen eines technisierten Menschen der Gegenwart entspricht. In die rechte Seitentasche steckt man den i-Pod hinein. Um auf störende Kabellage verzichten zu können, sind bei allen Striped-Hoodies von Shisha eingearbeitete Wirechannels im Einsatz. Daumenlöcher im Bündchen für warme Hände - das klingt nach dem perfekten Teil für kurzzeitige, sportliche Outdoor-Aktivitäten. Kostenpunkt: 85 Euro
Fi-Hi-Taschen erinnern uns an die 80er Jahre in New York, als man noch den Ghettoblaster mit schallender Musik auf einer Schulter herumschleppte. Heute trägt man ihn als Tasche oder Rucksack, in der Stadt oder am Strand. Im Inneren schließt man MP3-Player oder Handy an und schon klingt die Lieblingsmusik aus den Boxen. Was in den USA und Japan längst reißenden Absatz gefunden hat, ist in Deutschland ab Anfang April 2009 zu erhalten. Sehr schlau: Das T-Shirt von Thinkgeek denkt mit und leuchtet auf, sobald man einen Wi-Fi-Hotspot betritt.
Stufe 2: Elementar
Eine Steckdose für unterwegs wünscht man sich, wenn das Akku von Handy, Laptop oder MP3-Player schlapp macht. Die italienische Pilotenmarke Aeronautica Militare hat dafür eine umweltfreundliche Lösung: Eine Tasche mit integriertem Ladegerät, welche sich über ein Solarpatch nur durch die Kraft der Sonne auflädt. Über ein Kabel kann die Energie dann aus dem Ladegerät an externe elektronische Geräte abgegeben werden. Kostenpunkt: 460 Euro.
Stufe 3: Komplex
Für die Softshell-Jacken und Sportwesten der Sportmarke ProGression mit beheizbarem Rückenteil braucht man zwar kein Informatikstudium, kommt aber auch nicht ohne technische Kenntnisse weiter. Über die mikroprozessorgeregelte „Ein-Knopf-Bedienung“ kann der Outdoor-Sportler die Temperatur regulieren und somit seine Aufenthaltsdauer im Freien verlängern. Da verstehen sich die Eigenschaften wind- und wasserdicht, atmungsaktiv und schmutzabweisend ganz von selbst. Kostenpunkt: 249 Euro für die Westen und 349 Euro für die Jacken.
Stufe 4: Knifflig
Wer denkt, dass GPS nur in Autos oder Flugzeugen mehr oder minder hilfreich ist, täuscht sich gewaltig. Beim „Nav Jacket“ von O’Neill aus der Reihe „H-Division“ darf bei technischer Unerfahrenheit die Gebrauchsanleitung nicht fehlen. Nix mehr mit lausigen Landkarten, die vom Winde hinab ins Tal fliegen. Das „Nav Jacket“ zeigt über eine LCD-Anzeige am Arm und Lautsprecher in der Kapuze dem Snowboarder nicht nur den richtigen Weg, sondern sagt auch Geschwindigkeit, Uhrzeit und Details zur Route durch. Sogar die Wahrscheinlichkeit, dass man mit dem „Nav Jacket“ verloren geht, ist gering, da man sich und andere per Suchfunktion orten lassen kann, vorausgesetzt, alle Beteiligten sind auch Träger der Jacke. O’Neill setzt außerdem auf bunte Strickmützen und Hoodies mit eingebauten Audiofunktionen. Die Seitentaschen der Sweater und Jacken der Linie sind allesamt perfekt auf den i-Pod zugeschnitten. Da kann man sich doch nur noch auf eines freuen: Die wilde Verfolgungsjagd auf der Piste. Kostenpunkt: stolze 1.200 Euro.
Was die Zukunft noch so alles an textilen Verarbeitungen bringen wird, weiß niemand so recht. Doch eins ist sicher: Innovation ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Entwicklung. Lassen wir uns überraschen!
