(Fräulein)Wunder gibt es immer wieder

  /  14.05.2008

Nani Coldine – schon mal gehört? Was abenteuerlich und eher nach einem Celebrity-Namen klingt, ist denkbar einfach: Die beiden Kreativen Nadine Heintze, Modedesignerin, und Nicole Bruch, Raumausstatterin, haben einfach ihre Vornamen zusammengewürfelt und daraus den einprägsamen Namen für ihr Label gezaubert.

Ein Rückblick ins Jahr 1950: Die 24-jährige Susanne Erichsen beteiligt sich an der ersten Miss Germany-Wahl der Bundesrepublik, die seinerzeit in Baden-Baden stattfindet. Aus Spaß wird Ernst – die Berlinerin gewinnt. Zwei Jahre nach ihrer Wahl entscheidet sich das Mannequin, als „Botschafterin der deutschen Mode“ in die USA zu gehen, wo sie die Amerikaner nachhaltig beeindrucken kann. Fortan wird sie dort als deutsches Fräuleinwunder bezeichnet. Doch der Begriff steht nicht nur für Susanne Erichsen, sondern für eine ganze Generation von Frauen, die ihr Leben nach dem Krieg selbst in die Hand nehmen.

 

Von diesem Frauentypus sichtlich beeindruckt, hat sich das Kölner Label Nani Coldine das Fräuleinwunder einmal vorgeknüpft – und ihm gleich die gesamte Frühjahr/Sommer-Kollektion vermacht. Die aktuellen Accessoires und Taschen stehen also ganz im Zeichen dieser Ära und wollen auch Schüchterne inständig dazu aufrufen, ihr Leben und Glück selbst in die Hand zu nehmen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes zum Beispiel mit Tasche „Auguste“ oder „Wilhelmine“, Business Bag „Frieda“, Kosmetiktasche „Greta“ oder „Marlene“ oder Börse „Ilsa“. Doch damit nicht genug: Einige der pastelligen Begleiter mit den possierlichen Namen helfen mit geprägten oder aufgedruckten Sprüchen wie „My lips are sealed“, „The Fly me to the moon“ oder „Je ne regrette rien“ plakativ, aber dennoch dezent und sophisticard dabei, ein klares Statement abzugeben.

 

Wer auch in die Fußstapfen des Fräuleinwunders treten will, muss zunächst einmal zum Beispiel im Kaufhaus Konen in München oder bei Fußkleid in Köln vorbeischauen, um sich sein Wunschexemplar abzuholen. Auch im Cyberspace lassen sich die Taschen und Accessoires erstehen – beispielsweise bei Luxusbabe. Die Accessoires wie Schlüsselring, Visitenkarten- und Passporthülle sowie Kosmetiktasche und Schlüsselmäppchen kosten zwischen 19 und 49 Euro, die Taschen hingegen rangieren in etwas teureren Preislagen zwischen 139 und – festhalten – 389 Euro. Doch die ansehnlichen Stücke sind ihr Geld allemal wert, denn wer einmal eine Nani Coldine in Händen gehalten hat, wird schnell feststellen, dass dank der von Nadine Heintze und Nicole Bruch durchdachten Entwurfsphilosophie Design „made in Germany“ nicht nur puristisch-konzeptionell, sondern auch ganz schön gefühlsbetont sein kann. Schließlich haben auch Fräuleinwunder keinen Grund dazu, bei all ihrem Stolz und Selbstbewusstsein mit ihren Gefühlen hinterm Berg zu halten!

 

 

 

 

Simone Reiner