Angeleint

  /  16.09.2008

Ungestüme Hunde gehören ebenso an die Leine wie Drachen beim Steigenlassen oder Pferde beim Longieren. Doch auch täglich gebrauchte Utensilien sind bisweilen besser aufgehoben, wenn sie irgendwo festgemacht sind!

Jeder braucht sie, jeder hat sie: Schlüssel. Als bisweilen ganz schön nervige Begleiter ihr Dasein fristend, lungern sie entweder im dunklen Labyrinth reich befüllter Frauenhandtaschen herum, finden sich eingequetscht in einer von Five Pockets wieder oder fliegen auch mal auf Tisch, Anrichte oder in Ecken. Niemand weiß so recht, wohin mit den zahnigen Dingern. Was viel schwerer wiegt als die kleinen Helfer an sich und der permanenten Suche nach ihnen: Wo hat man schon einmal eine adrette Verpackung für die Tür-, Taschen- und Geheimnisöffner gesehen? Schöne Anhänger und hübsche Etuis, die in der Mission des stilvollen Schlüssel-Outfits unterwegs und dabei auch noch praktisch sind, findet man so häufig wie ein nicht gezüchtetes vierblättriges Kleeblatt.

 

Dieser Umstand wurde auch Dani Samaniego bewusst. Die junge, aus Ecuador stammende Designerin kreiert seit Jahren Taschen und andere Accessoires aus weichen Lamm- und Kalbsledern, die mit edlen Verschlüssen aus Sterlingsilber oder Messing zusammengehalten werden. Nun hat sich die in ihrer Wahlheimat München lebende Südamerikanerin dem leidigen Schlüsselthema angenommen und Anhänger entworfen, die sich nicht mehr in irgendwelchen Winkeln verstecken müssen.

 

Allesamt mit einer Lederquaste versehen, stehen bei den auffälligen Schlüsselhaltern wie auch bei der restlichen Kollektion in diesem Herbst/Winter täuschend echte Reptilienlooks im Rampenlicht, die durch Kalbslederprägungen umgesetzt wurden. Keine Sorge also vor Schlangen- und Echsenliebhabern – sie haben keinen Grund, Tomaten und faule Eier zu werfen, da ja keine geschützten Tierarten herhalten mussten. Der praktische Mehrwert an den ausgefallenen Helfern: Manche von ihnen verfügen über ein langes, geflochtenes Band, das an einer Seite mit einem Karabinerhaken versehen ist, der sich zum Beispiel an einer Tasche festmachen lässt. So kann das Schlüsselbund förmlich angeleint werden und lästiges Kramen nach selbigem ist fortan tabu.

 

Übrigens setzt man bei Dani Samaniego & Familia noch auf echte Handarbeit. Im ecuadorianischen Quito fertigen Näherinnen im eigenen Familienbetrieb die Accessoires mit viel Akribie und Herzblut, weshalb man beim Kauf ein wenig tiefer in die Tasche greifen muss. Ab 65 Euro sind die Schlüsselanhänger zu haben, die es – ebenso wie die Taschen, Portemonnaies und Clutches – zum Beispiel in Hamburg bei Room 22, in Berlin bei Orlando, in Frankfurt bei First oder in Hannover bei Horstmann & Sander zu erstehen gibt. In München findet sich im eigenen Laden von Dani Samaniego & Familia freilich eine besonders große Auswahl der Kollektion. Und dann heißt es endlich: Nie mehr Schlüssel suchen!

 

 

Simone Reiner