Der Lego-Weltraumforscher und seine Freunde
/ 28.03.2008Taschen gibt es viele und in der Regel hat Frau davon auch so einige. Dabei geht es nicht nur darum, stets das passende Stück zum Outfit zu haben, sondern am besten auch eine, die keine andere hat. Den Gedanken aufgegriffen, hat eine Kölner Designerin jetzt noch einen drauf gesetzt.



Der Lego-Weltraumforscher schaute aus dem Fenster und staunte. Haargenau, wie der Würfel es ihm gestern beschrieben hatte. Viele Menschen und so was wie Matchbox-Autos in überdimensionaler Größe. Kein Wunder, dass der Matchbox-Ferrari letzte Woche einen Nervenzusammenbruch hatte, als er wieder nach Hause kam. Nach anfänglichem Staunen machte sich wissbegierige Neugier im Lego-Weltraumforscher breit - Berufskrankheit. Mit einem breiten Grinsen schaute der Lego-Mann zur Seite, in das andere Schaufenster, und zeigte dem Haribo-Frosch Thumbs up. Keine Reaktion – wie arrogant. Egal. Die Playmobil-Krankenschwester wäre ihm nun lieber im Nachbarsfenster, aber die ist heute zu Hause geblieben, genauso wie Würfel, Goldfisch, Matchbox-Ferrari, Memory-Karte, etliche bunte Perlen und einige andere. Erst vor kurzem waren sie in diese neue WG gezogen. Nämlich als die Besitzerin eine neue Tasche erstanden hatte, eine mit kleinen Sichtfenstern. Das war ihr aller Glück, denn jetzt waren sie wieder Teil des Lebens. Zwar vermisste der Lego-Mann seine Weltraumforscher-Kollegen und die ganze Weltraum-Station, doch war das neue Leben abenteuerlich. Bisweilen sinnierte er über die unendlichen Weiten der unerforschten und dunklen Galaxie. Durch einen plötzlichen Ruck aus seinem Gedanken gerissen, rutschte er in seinem kleinen Fensterchen herum und landete auf dem Rücken mit dem Blick nach oben gerichtet. Die Besitzerin muss die Tasche irgendwo hingelegt haben. Und da war er plötzlich aufgetaucht: der Weltraum! Der glücklichste Augenblick seines Lebens. Vor seliger Freude in sich hinein lächelnd, betrachtete er das große dunkle Firmament mit all den hell leuchtenden Punkten! Da war er! Sein geliebter Weltraum...
So oder so ähnlich könnte die Erlebniserzählung einer der Gegenstände sein, die in den Meins-Taschen der Kölner Designerin Gudrun Geyssel neue Verwendung finden. Markenzeichen der Stücke sind ihre weiße Farbe, die sichtbaren unregelmäßigen orangefarbenen Nähte und vor allem die Reihe kleiner transparenter Fensterchen auf der Vorderseite. Die aus robustem und gebrauchtem Segeltuch handgefertigten Modelle haben alle einen komfortablen Baumwollgurt sowie Klettverschluss und sind teilweise am Boden mit PVC-Folie und Nieten verstärkt. Sie liegen preislich zwischen 49 und 129 Euro und es gibt sie in verschiedenen Größen wie die Umhängetaschen „Kleinkind“, „Stadtkind“ und „Großstadtkind“ und die Schultertasche „Einkaufskind“. Doch das besondere Highlight haben sie alle gemeinsam: die kleinen Sichtfenster auf der Vorderseite. Diese Schaufensterreihe lässt sich von hinten via Klettverschluss öffnen und mit Gegenständen befüllen. Ob man nun farblich zum Outfit abgestimmte Gegenstände benutzt, Persönliches oder bloß Schönes zur Schau trägt - das Aussehen der Tasche lässt sich damit nach eigenen Vorstellungen ständig verändern. Daher auch der Name Meins, denn durch die eigene Befüllung der kleinen Sichtfenster wird die Tasche zum ganz persönlichem Unikat: Meins! Kreativität ist also gefordert! Und mal unter uns: Fallen nicht in diesem Moment mindestens ein bis drei Gegenstände ein, die man in die kleinen Schaufensterchen stellen möchte? Man muss sich dabei ja nicht direkt damit outen, dass man früher allzu gerne mit der Lego-Weltraumstation des kleinen Bruders gespielt hat... Einfach nur ganz unschuldig in der Tasche durch die Gegend tragen!
