Pures Zeug

  /  21.03.2006

Purismus und Minimalismus: Die Befürworter sehen in der Schlichtheit und Natürlichkeit dieser Philosophie die einzig richtige Art zu leben. Die Gegner hingegen verbinden mit den Gedanken des bewussten Weglassens gleichzeitig den Verlust von Ästhetik und Komfort. Das Label Herb zeigt, dass das Einfache auch ein Gewinn bedeuten kann.

Die Marke Herb bringt es mit ihren Kollektionsteilen auf den Punkt: Unnötiges lenkt nur ab. Was man aussagen will, kann man auch mit wenigen Mitteln effektvoll zum Ausdruck bringen. In ihren kleinen Kollektionen setzt die Modedesignerin Angela Herb deswegen auf den ungekünstelten Mix aus geradliniger Streetwear und bequemer Eleganz. Sweatshirtjacken mit geräumigen Taschen und langen abgesetzten Ärmeln, bequeme Kleider, Oberteile und Jacken mit großen Kapuzen: Sie alle stehen für einen lässig-smarten Stil. Die Designerin greift dabei vorwiegend auf Baumwolle, Fleece und klassische Strickmaterialien zurück, aber auch technische Stoffe finden sich in ihrem Sortiment wieder.

 

Besonderes Kennzeichen neben den großen Taschen und Kapuzen sind Siebdrucke. Ihre Motivideen holt sich Angela Herb aus dem Alltag und setzt sie spielerisch um. So entstehen kleine Geschichten, die man erst auf dem zweiten Blick in den einzelnen Kleidungsstücken entdecken kann. Ein weiterer überzeugender Grund, dass Wenig viel sein kann, zeigt sich in der aktuellen Kollektion wieder, in der das Oberteil „Gameshirt“ wegen seiner elastischen Beschaffenheit in zehn verschiedenen Varianten tragbar ist.

 

 

 

 

Deniz Bisar