Hip in NY

  /  01.04.2005

Die Ugg Boots werden langsam aber sicher in Rente geschickt. Denn der Mukluk übernimmt die Führung unter den angesagtesten Trendschuhen der Saison.

Es ist nicht einfach, in New York Aufmerksamkeit zu erregen. Die New Yorker sind an ausgefallene, verrückte Outfits längst gewöhnt und gucken sich weder nach einem Promi um, der gerade neben ihnen im Schlabberlook über die Straße geht, noch nach einem Supermodel in Couture. Umso überraschender waren die Reaktionen, die meine Mukluks auslösten. Mitten auf der Fifth Avenue in Manhattans nobler Upper East Side lächelte mich ein vornehmes älteres Paar an und flüsterte bewundernd: “Great shoes.” Im hippen Künstlerviertel Chelsea bremste ein Taxifahrer neben mir und rief aus dem offenen Fenster: “I love your boots, Baby!” Die Mukluks wurden bereits vor über 200 Jahren von den nordamerikanischen Ureinwohnern getragen. Bis heute werden sie hauptsächlich in Kanada handgefertigt. Außen hält dichtes Kaninchenfell das Wasser ab, und von innen wärmt feine Merinowolle den Fuß, der in weichem Wildleder steckt.

 

In limitierter Auflage liefern die kanadischen Produzenten ihre Boots an die Vertriebsstellen. Einer davon ist David Z, ein Schuhladen mit neun Filialen im Big Apple und einem sicheren Trendgespür. “Bis vor ein paar Wochen haben die Leute nur Uggs gekauft. Die hippen, australischen Surferboots, aber jetzt will jeder die Mukluks, trotz eines Preises von 325 US-Dollar”, erzählt David Z Verkäuferin Trudy. “Als wir sie im Januar bekamen, gab es schon eine Warteliste.” Kein Wunder. War doch Trendsetter Kate Moss schon seit letztem Jahr kaum noch ohne ihre kuscheligen Fellstiefel in London unterwegs. Und mittlerweile gibt es sie auch in Deutschland. Im Szeneladen Jades in Düsseldorf erwartet man die erste Lieferung und im Münchner In-Store Theresa wechseln die Boots in die Hände der stolzen Fashionistas. Trotz steigender Tempertaturen ist für mich klar: Auch im Sommer werden die Boots tapfer weiter angezogen, trotz überhitzter Füße. Eins ändert sich wohl nie: Wer schön sein will, muss leiden!

 

 

Pia In der Smitten