Eine kalkulierte Liebeserklärung

  /  22.05.2006

„Rags to Riches“ heißt das Phänomen in den USA, wo die Hoffnung, reich und berühmt zu werden, noch real ist. So ist es kein Zufall, dass viele Von-der-Armut-in-den-Reichtum-Erfolgsgeschichten aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten stammen, genauso wie die von zwei ehemaligen Studenten.

Das Leben schreibt immer noch die schönsten und aufregendsten Geschichten, besonders wenn sie am Ende noch ein Happy End aufweisen. So auch bei den beiden ehemaligen Studenten Dee Murthy und Andres Izquieta. Die Kommilitonen der USC in Kalifornien hatten sich als Thema für ihre Diplomarbeit die Analyse der Textilbranche in den USA ausgewählt. Neben dem analytischen Teil der Abschlussarbeit gehörte auch die kreative Ausarbeitung einer fiktiven Kollektion dazu. „Yo man, that’s it!“ haben sich die beiden Soziusse gedacht, als sie die Idee und den Namen für ihre Fantasiekollektion endlich fanden. Den Namen und die Philosophie des Pseudolabels macht eine simple, aber effektive Gleichung aus: Fünf minus vier gleich One Love. Der Name der Marke „FiveFour“ ist in der Erfolgsgleichung die gesuchte unbekannte Variable und steht gleichzeitig als Synonym für die Gemeinsamkeiten, welche die Kunden untereinander näher bringen sollen. Der amerikanischen Streetcredibility entsprechend, diente der Slangbegriff „One Love“ als weiterer gewinnbringender Term für das ausgedachte Projekt. „One Love“ ist unter den verschiedenen Gangs innerhalb der Ghettos ein verschlüsselter Grußcode und bedeutet soviel wie „sich für eine gemeinsame Sache begeistern“.

 

Noch in den Kinderschuhen nahm das Projekt seinen unaufhaltsam siegreichen Lauf. Die ersten produzierten Muster waren die „Must Haves“ des Campus. Vier Jahre und einen erfolgreichen Studienabschluss später starten die beiden millionenschweren Daniel Düsentriebe der Mode mit ihrem Streetwearlabel FiveFour durch. Die Kollektionen präsentieren Looks für den erwachsenen Straßenjungen, der sich gerne sportlich, aber individuell kleidet. Die aktuelle Kollektion wird durch Militaryaspekte und Premium Denim bestimmt. Camouflagemuster auf Hoodies und Blousons für den Großstadttiger, beige und olivefarbene Canvasarmyjacken und bequeme Pants sind für alle urbanen „Streetworker“ gedacht. In den USA längst zu den erfolgreichsten Newcomerlabels gehörend, wagt FiveFour nun den Sprung auf das europäische Festland. Auch Deutschland darf sich zu den Ländern zählen, in denen das Label zukünftig vertrieben wird. Im Herbst werden die It-Pieces für den Mann in Trendläden und Sportswearstores vertreten sein. Bis dahin kann Mann sich ausrechnen, wie viele FiveFour-Klamotten er sein Eigen nennen will.

 

 

Deniz Bisar