Achtung Frost- und Faltengefahr

  /  16.01.2009

Vermummen ist in Deutschland nicht nur auf Demonstrationen und beim Betreten einer Bankfiliale verboten. Dabei wäre ein Schutz über Nase und Kinn zur Zeit das Beste, was man seiner Haut antun könnte. Bleibt das Zweitbeste: Extrapflege an kalten Tagen.

Wenn die Temperaturen unter null fallen, gerät die Haut in ständige Alarmbereitschaft. Draußen umgibt sie eisige Kälte, drinnen trockene Heizungsluft. Ein stressiges Wechselbad, mit dem sie erst einmal fertig werden muss. Auf die permanente Doppelbelastung reagiert vor allem die ungeschützte Gesichtshaut panisch. Sie hat die Aufgabe, ihre Oberfläche feucht zu halten und transportiert deshalb Extrafeuchtigkeit nach außen – wo diese dann regelrecht verpufft. Denn drinnen ist die Luft trocken von der Heizerei, draußen ist es viel zu kalt für auch nur den Hauf von Luftfeuchtigkeit. Normalerweise müsste die Haut nun entsprechend mehr Feuchtigkeit produzieren, kann sie aber nicht. Bei Kälte wird der Stoffwechsel auf Notprogramm geschaltet, was zu weiteren Versorgungslücken führt. Zum einen wird die Haut deutlich weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, zum anderen produzieren die Talgdrüsen weniger Hautfett. Mit der Zeit und der Kälte wird das zum Problem. Der natürliche Fettfilm wird brüchig und durch diese Lücken geht noch mehr verloren. Ein Teufelskreis. Langsam bricht der Notstand aus. Spannungen, Schüppchen und Rötungen lassen nicht lange auf sich warten. Was tun?

 

Zuerst müssen die empfindlichsten Stellen versorgt werden. Und dazu gehören eindeutig die Lippen. Hautschüppchen vorsichtig mit einer weichen Zahnbürste abrubbeln, und eine Honigmaske auflegen. Honig auf die Lippen schmieren, zehn Minuten warten, ablecken. Das versorgt die Haut mit Vitaminen, macht die Lippen geschmeidig und desinfiziert. Wer nicht ständig mit einem Honigglas unterwegs ist, steckt für zwischendurch einen Pflegestift ein. Auch der sollte nicht nur pflegen, sondern auch noch desinfizieren, weil die Lippen gerade hochempfindlich für Entzündungen sind. Wenn frierende Schönheiten auf Farbe nicht verzichten wollen, sollten sie jetzt auf einen möglichst hohen Anteil an pflegenden Wachsen achten. Die „kussechten“ Lippenstifte gehören übrigens bis zum Frühling eingemottet. Sie entziehen den Lippen zusätzlich Feuchtigkeit – und das ist jetzt absolut nicht drin.

 

Zweites Problemkind ist die dünne Haut rund um die Augen. Sie ist auch sonst eher unterversorgt, was den Feuchtigkeitshaushalt betrifft, und darf jetzt erst recht nicht vergessen werden. Morgens und abends Augencreme auftragen und einklopfen. So wird die Pflege besser aufgenommen und Fältchen entstehen erst gar nicht. Anschließend ist das gesamte Gesicht dran. Wer im Sommer mit Gels und Fluids cremt, sollte derzeit lieber auf reichhaltige Cremes umsteigen und notfalls mehrmals täglich auftragen. Zwischendurch kann auch die gehaltvolle Nachtcreme tagsüber zum Einsatz kommen. Wichtig, wenn die Temperaturen unter Null fallen: Die Creme darf auf keinen Fall zu viel Wasser enthalten. Das gefriert regelrecht auf der Haut und schadet mehr, als es nutzt. Beim Gesichtcremen an die Randpartien denken: Ohrläppchen, Stirn und Hals brauchen, unabhängig von Mütze und Schal, auch ein bisschen Pflege.

 

Wer nach jedem Händewaschen die Hände eincremt und nach der Dusche an eine rückfettende Bodylotion denkt, ist schon so gut wie winterfest. Jetzt noch trinken, was das Zeug hält, damit die Haut auch von innen versorgt wird – und in spätestens zwei Monaten, wenn die Kälteperiode durchgestanden ist, auf den Frühling freuen!

 

 

Carola Dorner