Zickenzoff im Modezirkus
/ 08.10.2012In dieser Saison präsentierte Hedi Slimane in Paris seine erste Kollektion für Yves Saint Laurent. Doch nicht alle reagierten gewünscht positiv – und so holt der Modedesigner zum Vergeltungsschlag aus…

Hedi Slimane
Der Modedesigner Hedi Slimane holt nun bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit zum Schlag gegen eine Modejournalistin aus, nachdem sich diese negativ über seine Debütkollektion für Yves Saint Laurent geäußert hatte. Nach seiner Show in Paris hatte Slimane zunächst mit einem offenen Brief reagiert, in dem er Cathy Horyns modischen Stil und ihre Fähigkeiten als Autorin in Frage stellte, was von der Journalistin allerdings später gegenüber WWD als „dummer Unsinn“ gewertet wurde.
Daraufhin wettert Slimane nun per Twitter zurück: „Für mich ist es ein ‚dummer Unsinn’, dass Cathy Horyn noch immer ihre langweilige Vorurteils-Melodie für die NYT (The New York Times) singt. Dies ist eine Peinlichkeit für die Zeitung.“ Auslöser für Slimanes Schimpftiraden war Horyns Kritik nach seiner Yves Saint Laurent-Show in Paris, zu der die Journalistin aufgrund eines andauernden Streits nicht eingeladen worden war. Nach Einschätzung Horyns fehlte es den Kreationen des Designers an „modischem Sinn“. Zudem äußerte sie, „mehr erwartet“ zu haben, während sie die Konkurrenz in den höchsten Tönen lobte.
Einen Grund für die strenge Bewertung der Kollektion sieht Alexandra Shulman, Chefin der britischen Vogue, indes darin, dass Yves Saint Laurent vor der Show versucht haben soll, die Berichterstattung einzuschränken. So soll das Label E-Mails verschickt haben, in denen neben den korrekten Fachausdrücken, die im Zusammenhang mit der Marke zu benutzen seien, auch eine beschränkte Auswahl an Fotos des Designers zur Verfügung gestellt wurden. „Ein Beispiel dafür, was passiert, wenn man versucht, die Medien übermäßig zu kontrollieren“, kommentiert Shulman den Vorfall in einem Twitter-Beitrag. „Gewöhnlich ist jeder wohlwollender, wenn es um erste Kollektionen geht.“


